Nach einem Frühstück, das sehr italienisch war, sind wir also los in das kleine Städtchen: Hübsch gegelegen, hat man von der Stadtmauer einen wunderbaren Blick bis zum Meer. Durch einmal mehr charmanten kleinen Gässchen gelangten wir zum Torre des Dorfes. Getreu dem Motto „unser täglich Türmchen gib uns heute“ wollten wir hinauf steigen, aber er war leider geschlossen. So haben wir uns nur die teileweise mittelalterlich herausgeputzten Räume angesehen und sind noch ein wenig durch die engen Gassen gedietschert.
Von Capalbio sind wir nochmal nach Ortebello gefahren um uns die andere Seite der Halbinsel anzusehen. Auch hier hatten wir einige schöne Ausblicke auf das Meer.
Von der Halbinsel sind wir zurück auf das Festland und auf die Schnellstraße: um gleich darauf wieder auf einen besseren Feldweg abzubiegen. Puh, so eine „Abfahrt“ habe ich bei uns auch noch nicht gesehen. Ziel dieses Abzweigmanövers war ein Naturreservat. Früher war die Halbinsel nämlich eine Insel – ist aber durch Anschwemmungen zu einer Halbinsel gworden. Drei Straßen führen auf die Insel: Dazwischen gibt es aber ausgedehnte Lagunen, die insbesondere ein Paradies für Vögel sind.
1 1/2 Stunden sind wir einen Pfad entlangmarschiert. Entlang des Pfades waren Beobachtungsstationen gebaut, so dass die Tiere ungestört bebachtet werden konnten. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob wir Flamingos gesehen haben (die waren etwas entfernt von uns) – vielleicht kann ich meine Bilder zu Hause mit „Megazoom“ dahingehend auswerten.
Über eine nette Küstenstraße sind wir dann gemütlich – incl. Stopp an einer Gelateria – Richtung Rom gefahren. Die Umgehungsautobahn haben wir dann automatisch gefunden, dann aber kam unsere Wegbeschreibung ins Spiel (danke, Google…): Wir sind prompt 3 Ausfahrten zu früh von der Autobahn runter und „15 km Richtung Roma Centro“. Dass das nicht so ganz richtig sein konnte, war uns schnell klar. Leider war auch die Beschilderung eher dürftig. Gewöhnungsbedüftig auch die lebensmüden Mopped-Fahrer, die durch Stau wie durch fließenden Verkehr per Zickzack schneller sind als die Feuerwehr. 50 cm breite und 1m lange Lücken (in Deutschland gelegentlich auch mal „Sicherheitsabstand“ genannt, ein in Italien gänzlich unbekannter Begriff) genügen voll und ganz um sich durchzuschlängeln. Nach einigen professionellen Richtungsangaben unseres Bauches gekoppelt mit dem inneren Kompass („ich glaub‘ wir müssen mehr rechts, aber nur wenn ’ne große Straße kommt…“ und „irgendwie müssen wir die SS7 Richtung Flughafen Ciampino finden…“) sind wir mangels einer Straßenkarte durch brutalen Straßenverkehr etwa eine Stunde durch Rom geirrt, bis wir dann auf eine große Straße getroffen sind – durch Zufall die SS7, die uns dann geradewegs nach Ciampino zu unserem Hotel geführt hat. Puuhh….
Nach dem Essen fing dann abends das Tangofestival an – wir haben aber schon früh (so gegen 2:00) wegen aktuer Müdigeit die Segel gestrichen und sind zufrieden ins Bett geplumpst.


