Tag 9 : Hammelfüsse in Xi’an

Teil 1 – im Bus:
Um kurz nach 9 Uhr sind wir mit dem Elektrokärrele zu einer Autobahnausfahrt gekarrt worden: Dort sollte uns der Bus einsammeln. Das hat auch tatsächlich geklappt. Überhaupt klappt hier mehr, als wir zu hoffen gewagt haben. Die Verständigung funktioniert radebrechend englisch bzw. mit unserem Buch: Sönke versucht sich zwar immer noch mit dem Aussprechen der Wörter, aber irgendwie klingt das dann immer anders, als die Chinesen es dann aussprechen. Dafür hat Sönke das mit den Zeichen besser raus und kann schon einige Wörter lesen.

Hier im Bus ist Dauerberieselung angesagt über zwei Monitore: Filme mit viel Krachbumm, Schleiergetanze, Kampfszenen möglichst fantastischer Art. Mädels, die sekündlich wechselnd am Schreien, am in Ohnmacht fallen oder am umgarnen sind, Jungs, die sekündlich wechselnd gegen die Verführung oder gegen andere fiese Gegner kämpfen. Und am Schluss kriegen sie sich natürlich mit viel Dramatik.
Landschaftlich gibt es außer – richtig – Maisfeldern, nicht viel zu sehen. Falls es wen interessiert: Weiden und Pappeln sind hier die vorwiegenden Baumsorten, mal zwischendrin ein paar Kiefern.

Teil 2:
Doch noch was Interessantes von unserer Fahrt: Wir sind über den gelben Fluss gefahren. Eine ewig lange Brücke führte über den meandernden Fluss, der seinem Namen alle Ehre gemacht hat. So viel Segen er als Wasserzufluss für die Felder bringt, soviel Fluch ist er auch, denn er transportiert unglaublich viel Schlamm mit sich. Dadurch hat er schon einige Male sehr stark seinen Lauf geändert und für Überschwemungen mit vielen Toten gesorgt.
In Xi ‚an angekommen, haben wir mit einem österreichischen Pärchen versucht, die Buslinie zum Hostel zu finden, bis der Hitze den Tribut gezollt haben und doch ein taxi genommen haben. Das ist übrigens supereinfach: Taxi anschauen, winken, fertig. Und darauf achten, dass ein Taxameter vorhanden ist. Wir zeigen dann meistens unser Buch oder einen Zettel mit dem Ziel – bisher hat das prima geklappt.
Im Hostel angekommen haben wir einen kurzen cool-down gemacht und sind dann losmarschiert. Einfach so ohne Plan und auch mal ohne Kamera.
In Xi ‚an gibt es ein muslimisches Viertel – da tobt echt das Leben. Morgen muss ich unbedingt Bilder von den Fressalien machen, die dort feilgeboten werden. Hammelfuesse, Fladen an der Kesselwand gebacken, gefuellte in Oel ausgebackene Fladen (gut, aber halt fettig), Kartoffel-Bohnen-naja-Pate (war den Versuch nicht unbedingt wert), Spiesschen in vielen Varianten (Fleisch, Meeresfruechte, Gemuese, Tofu, Wachteleier (sehr lecker mit Wuerzpaste drauf!!)), Nuesse, Reisglibberkram (nee, muss nicht sein) und kandierte Fruechte aller Art. Und Leute, Leute, Leute – ich bin ja eher ein Verfechter von ruhigeren Gefilden: Das ruhige Hostelzimmer und die Dusche habe ich abends durchaus genossen …

2 Kommentare zu „Tag 9 : Hammelfüsse in Xi’an“

  1. Hallo ihr Lieben,
    mit viel Interesse haben wir euren Bericht (bis Tag 9) gelesen – macht weiter so!Das Problem mit dem Dü-Schi kenne ich, man lernt dann dabei extreme Ortlichkeiten kennen, wenn es pressiert.
    Wir hoffen auf weitere spannende Berichte…
    und wünschen euch weiter gutes Gelingen.
    Liebe Grüße

  2. Hallo Elke, Hallo Sönke, das finde ich ja klasse, dass Ihr uns an der Reise Teil haben lasst. Ich dachte immer, ich bin der einzige Depp, der sich Mühe macht ein W-Lan zu finden und einen Blog zu vefassen ;-))

    Tolle Eindrücke, die Ihr da schildert. Bei einigen Punkten musste ich schön lachen, da ich viele Parallelen zu unseren Reisen finden konnte.

    Ich wünsche Euch für die weitere Zeit noch ganz viel Spaß und neue Erlebnisse.

    Ich werde gaaaaanz sicher weiter verfolgen, wie es Euch ergeht.

    Danke und viele Grüße

    Ingo

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