Tag 8 – Pingyao: Fototermin mit Chinesen

Pingyao war eine reiche Stadt (in der angeblich der erste Scheck ausgestellt worden ist), bevor Shanghai die Rolle als Finanzmetropole übernommen hat. Die Gold- und Silbertransporte sind auch schon damals sozusagen von Security-Leuten begleitet worden: Und weil das ein recht gefählicher Job war, wurden dazu oft Kampfkunstmeister angeheuert. In ein paar Häusern konnte man deren Waffen und Trainingsstätten anschauen. Und Verwaltungsgebäude waren zu besichtigen. Damaliger Taschenrechner natürlich der Abakus. Auch Wohnräume waren zu sehen, mit wunderschön geschnitzten Schränken und Betten. Tische mit Marmoreinlagen, dessen Maserung wie kleine Landschaften ausgesehen haben und Perlmutt-Intarsien. Die Gebäude waren wunderschön, mit vielen Verzierungen und kunstvollen Malereien – man kann das alles gar nicht erfassen. Ich finde diese kleinen Höfe einfach zu nett und habe mich immer darüber gefreut, wenn gerade mal keine Leute darin waren. Überhaupt ist es manchmal schwierig, Bilder zu machen, weil gerade wieder eine Reisetruppe durchmarschiert.



Diese Gruppen zeichnen sich durch einen Reiseleiter mit Mikrofon aus, der ununterbrochen am sabbeln ist und Schirmchen-schwenkend seine Truppe in Form hält. Viele Gruppen, die mindestens eine einheitliche Kappe tragen und alles, aber auch alles fotografieren!! Auch gerne Langnasen. Ich frage mich, wer hier wen mehr bestaunt: Wir die Chinesen oder sie uns …
Es war sehr nett, die alten Stadttürme hinaufzuklettern. Und wir sind ein Stück auf der Stadtmauer entlanggelaufen: Interessant, von oben das Dächergewirr mit den geschwungenen Dächern und Firstfiguren zu sehen.

Mit einer kurzen Mittagspause im Hostel zum abkühlen, waren wir den ganz Tag unterwegs: Nach dem zigsten Museum hatten wir uns das Abendessen reichlich verdient – außer ein paar kleinen Snacks, die wir bei Straßenhändlern gekauft haben, hatten wir noch nichts weiter gegessen.

Bewaffnet mit unserem Essen-Übersetzungsbüchlein haben wir uns ein nett aussehendes Lokal gesucht. Drei Gerichte haben wir mit vereinten Kräften bestellt. Eines davon war eine lokale Spezialität – Katzenohrnudeln. Ganz kleine, leicht gerollte Nüdelchen, doppelt so groß wie ein reiskorn und mit Stäbchen gar nicht so lecht zu essen. Und selbst in dem Lokal, in dem wir essen waren, blieben wir von der Fotoritis nicht verschont: Ein paar Mädels fanden uns so toll, dass wir tatsächlich chinesisches Essen essen mit Stäbchen (dabei hatten wir mit essen noch gar nicht angefangen…) – meine Güte, was sollen wir denn sonst essen?? Nach zig Fotos (die eine mit uns, dann die andere mit uns, dann noch die dritte, dann nochmals mit Umarmung …..) durften wir endlich in Ruhe essen.
Zurück im Hostel haben wir darum gekämpft, dass wir endlich ein paar Bilder in den Blog hochgestellt bekommen – irgendwann, mit geballter Webdesigner-Erfahrung, hat auch das geklappt.
Mit frischer Wäsche im Gepäck starten wir morgen mit dem Express-Bus nach Xi ‚an (6 Stunden klimatisierter Bus, das ist zu schaffen) – Jesko wird in ein , zwei Tagen mit Ute, Oli, Felix und Silja ebenfalls dorthin kommen – großes Familientreffen also. Geplant ist, dass Sönke, Jesko und ich am 1. oder 2. August nach Guilin fliegen und dort Kevin aufsammeln.