Grosse Mauer

Tag 6 – Datong, zweiter Tag: Buddha-overflow

26.7.2012
Buddha-overflow-error! Tilt!
Heute waren wir bei den Wolkengrat-Grotten von Yungang: So viele Buddhastatuen auf einen Haufen! Der Reihe nach:
Diese Grotten sind in einen Sandsteinhang gehauene Höhlen mit einer Vielzahl von in den Stein gehauenen Buddhas in allen möglichen Größen. Von ganz kleinen winzigen Statuen bis zur größten mit einer Höhe von 17 Metern.
Drum herum Steinmetzarbeiten von Pagoden und Geschichten des Buddha und Bodhisattvas und Figuren, die das Böse abhalten. Unglaublich – ich kann es gar nicht richtig beschreiben – es erschlägt einen einfach. Wunderschön. Ich werde mich zwischen den zig Bildern garn nicht entscheiden können, die ich da gemacht habe!

Grosser Buddha schaut zum Fenster raus
Grosser Buddha schaut zum Fenster raus

Dann ging die Fahrt weiter zur Mauer: Touristisch komplett nicht überlaufen, denn es sind an dieser Stelle nur noch Überreste da. Aber man kann der Verlauf der Mauer genau verfolgen und auch die Reste der Türme sind noch da – keine Steine, sondern aus Stampflehm gebaute Waelle. Denn entgegen aller Vorstellungen gibt es“die“ Mauer gar nicht, vielmehr sind es mehrere Mauern. Und diese Mauern sind allein schon aus Kostengruenden aus vorhandenem Material gebaut worden. Und hier also aus Lehm, der zwar die Infanterie nicht abhalten konnte, dafuer aber den Pferden Probleme gemacht hat.
Grosse Mauer
Grosse Mauer

Die Fahrt zurück ging durch die Berge nach Datong: Durch die ärmlichen Außenbezirke, wo ich im Stillen gedacht habe „bitte nicht anhalten“. Was gar nicht so einfach war bei den vielen Schlaglöchern und einer verschlammten Straße, die eigentlich nur einspurig befahrbar war. (Im Gegenzug dazu haben wir Autobahnen gesehen, die kaum einer benutzt und die schnurstgerade 6-spurig das Land durchziehen.)
Zurück in der Stadt haben wir den Bus genommen und sind in die Innenstadt gefahren. Dass die eine einzige Baustelle ist, hatte ich schon erzählt – wir sind wieder einmal mitten durch die Arbeiten gelaufen (immer den Chinesen nach, da kommt man durch), durch die halb abgerissenen Hutongs durch – deutsche Sicherheitsvorschriften würden hier nur verständnisloses Kopfschütteln ernten. Eine Straße war besonders heftig: Dort waren auf der einen Seite lauter Mopedläden und die Baustelle ging bis an den Gehsteig ran, also Kanalarbeiten mit Gräben von ein paar Metern Tiefe. Und auf dem halb abgerissenen Gehsteig waren neue Mopeds zum Verkauf aufgebaut, alte wurden repariert und ein Haufen Leute liefen da rum.
Gerüstbau ähnlich: Da klettern die Arbeiter direkt die Gerüste hoch (also keine Leitern und Stegbretter!). Kanaldeckel fehlen und drunter fließt entweder das Abwasser oder das Ding ist vermüllt.
Wir haben eigentlich ein Restaurant zum Essen gesucht, aber nicht wirklich was gefunden (bis dahin hatten wir uns von ein paar Keksen und einer Banane ernährt – einfach keinen Hunger gehabt). Sönke ging es verdauungstechnisch gerade nicht besonders gut und mir machte die Hitze zu schaffen – zudem hatten wir nicht genügend getrunken. Also zurück. Wir haben dann im Bahnhofsviertel noch eine Runde gedreht, weil Sönke hoffte, ein bestimmtes Restaurant zu finden – nun, ist wohl eliminiert worden. Wir haben beschlossen, in unserem „Stammlokal“ wieder zu essen, aber das war noch zu. Daher sind wir zum Bahnhofsvorplatz und haben dort im Schatten gewartet. Und haben festgestellt, dass unser Nachtzug auf dem großen Monitor gar nicht aufgeführt war. Hm. Sönke ist dann zur Eingangskontrolle gegangen und hat nachgefragt. Die haben dort eine englisch sprechende Polizistin geholt und die hat Sönke gesagt, dass der Zug kaputt ist und nicht fährt. Hm. Also zur CITS rüber: Die haben das nochmal recherchiert und wir haben auf den nächsten Morgen 6.15 umgebucht. So verbringen wir also eine weitere Nacht hier. Ein Engländer, den wir im CITS-Büro kennengelernt haben, gesellte sich noch zu uns an den Tisch, als wir endlich zum Essen gekommen sind. Eine leicht gescheiterte Malerexistenz, aber mit 20 sollte man durchaus noch etwas auf die Beine stellen können. Aber war nett.
Und nun Heiabett – morgen geht es früh raus!