15. Tag – Ableben im Paradies


Badesachen sind eingepackt und per Boot und Kleinbus sind wir am El Boquerón eingetroffen. Meine „whows“ rissen seit diesem Zeitpunkt nicht mehr ab!

El Boquerón ist eine Schlucht: Mit einem kleinen Boot sind wir hineingerudert worden und waren sofort hingerissen von der Schönheit. Nach kurzer Fahrt wurden wir auf einer kleinen Sandbank abgesetzt. Das hatten wir so nicht erwartet, aber gut: Schnell in die Badesachen gehüpft, die Rucksäcke hochgehalten und an der Seite des Flusses durch doch ganz gute Strömung gewatet. Auf einer etwas größeren Sandbank haben wir die Rucksäcke liegen gelassen und sind wie die Entdecker weiter durchs Wasser gewatet, geschwommen und am Fels entlanggehangelt. Boah war das klasse – so eine irre Schlucht, die wir ganz für uns alleine hatten (mit einem israelischen Pärchen)! An einer Stelle sind wir gegen die Strömung nicht mehr angekommen und Silja und ich sind durch die Hauptströmung auf die andere Seite geschwommen und dort noch etwas auf den Felsen herumgeklettert. Leider mussten wir dann zurück, weil wir wieder abgeholt wurden – ich wäre so gerne noch länger dort geblieben.

Unsere Badeklamotten haben wir gar nicht erst ausgezogen, sondern sind in leichter Kleidung in den nächsten Sammelbus gestiegen und 15 Kilometer weiter wieder bei der Finca Paraíso wieder raus. Nach kurzem Gang durch den Wald sind wir an einem wahrhaft paradisischem Fleckchen Erde angelangt. Aus dem Wald floß ein heißer Bach – also richtig heiß! – stürzte einige Meter über Felsen in die Tiefe und mischte sich mit einem kälteren Bach in einem Becken.

Dort badete eine bereits eine andere Gruppe und auch wir sind wieder ins Wasser. Wenn man sich direkt unter die Wasserfälle stellte, wurde man ganz heiß geduscht und wechselte wieder ins kühlere Wasser. Silja und Sönke sind an der Seite hochgeklettert und haben sich in die Mitte des Wasserfall gestellt. Nach kurzer Absprache, wo sie hinspringen wollten, haben die beiden den Sprung gewagt. Der Sprung ist an sich prima geglückt, allerdings hat Silja dabei ihre GoPro versenkt … Ach nach intensivem Suchen mithilfe aller Anwesenden, mit Tauchgängen mit meiner Kamera: Das gute Stück findet wohl sein nasses Grab im Paradies …

Leicht erledigt von so viel Schwimmerei haben wir uns in trockene Tücher gepackt und haben uns auf den Rückweg gemacht. Ein Sammelbus kam gerade an und wir hinein. Und ich durfte mich in einer weiteren Busfahrübung versuchen. Drei Leute sitzen bereits auf der hintersten Bank und ich soll als Vierte hinzu. Also erst einmal über Klappbänke, Zwiebelkörbe und sonstiges Gepäck nach hinten turnen und dann kommt die Spezialtechnik. Man setze sich schräg auf das letzte Stücklein Platz. Schräg im Sinne von eine Hinterteilhälfte berührt die Bank, die andere hängt noch verzeifelt in der Luft. Man lasse den Fahrer losfahren und siehe – nach drei Kurven hat sich alles zurechtgeschuggelt und alle haben die Sardinensitzstellung gefunden! Heute dachte ich: „24 Leute im Bus, das ist Rekord!“ Da hielt er nochmals an und weitere drei Leute hängten sich in die Tür. Nochmals whow!!!

Zurück in Rio Dulce haben wir uns erst einmal gestärkt und sind dann mit dem Boot zurück zu unserem Hotel in den Mangroven – genug erlebt für heute!
P.S. Morgen wird es vermutlich einen nachgereichten Bericht geben, da wir voraussichtlich kein Internet haben werden.