16. Tag – Durchgerüttelt

Der Tag war heftig – nur noch ins Bett!

Wieder hatte es in der Nacht ordentlich geregnet, aber wir konnten ausschlafen und haben gut gefrühstückt. Eigentlich wollten wir noch eine Manatee-Tour machen, aber uns wurde gesagt, dass sie bei solchem Wetter nicht gerne auftauchen – da bin ich mit ihnen spontan einig. Ich habe noch etwas „Büroarbeit“ gemacht und das Internet genutzt – heute bzw. morgen haben wir ja keines.

Um die Mittagszeit haben wir uns nach Rio Dulce schippern lassen und haben auf den Bus gewartet, der uns nach Lanquín bringen sollte. Wir wussten, dass die Tour anstrengend werden würde, aber so hatten wir das nicht erwartet. Fast 6 Stunden unbefestigte Piste, übersät mit Schlaglöchern und dicken Pfützen und gelegentlich wieder „Gran Fiesta“ der Geier. Erst ging es noch einigermaßen geradeaus, dann bogen wir in Richtung Berge ab. Unser Toyota mit 250.000 Kilometern auf dem Buckel quälte sich die enge, kurvige und glitschige Straße die Berge hoch und runter. Einmal waren sechs Laster und ein Bagger vor uns: Fünf der LKW und den Bagger konnte unser Fahrer überholen. Dann kam der sechste Laster nicht weiter. Mit etwas rangieren überholte uns der Bagger wieder und schob den Laster mit seiner Schaufel an, bis der wieder alleine fahren konnte. Dann haben wir die beiden überholt und die Fahrt ging wieder flotter voran. Hoch oben hatten wir tolle Aussichten in den Izabal und das Alto Verapaz.

Langsam wurde es dunkel und noch immer turnten wir schier endlos durch die Berge und gaaaanz langsam über eine Hängebrücke. Dann war es ganz dunkel und wir waren durchaus stolz auf uns, dass wir das Geruckel, die abrupten Bremsmanöver und unvermuteten Kurven ohne Spuckerei absolvierten. Immer wieder einmal tauchten aus dem Dunkel unvermutet Gestalten auf und man fragte sich unwillkürlich von woher aus diesem Nichts sie kamen und wohin in dieses Nichts sie gehen.

Das einzig Beruhigende an der Telefoniererei unseres Fahrers war, dass man anscheinend noch Netz hatte. Unserem Fahrer haben wir enormen Respekt geschuldet: Das war garantiert auch irre anstrengend für ihn. Irgendwann kamen wir bei strömendem Regen in Lanquín an. Wir stiegen in den Shuttle zu unserem Hotel um: Ein Allrader – ohne den ging es nicht. Damit sind wir nochmals in einer Stunde die letzten 10 Kilometer über übelste Piste gerüttelt worden. Einchecken und ins Bett – fertig – Licht aus: Ohne Zähneputzen …

Wo wachen wir nur auf?