Tag 19 – sweat, baby sweat …

Kevin hat sich mit Imodium versorgt und wir sind morgens Richtung Bank losgezogen – das Geld ist endlich angekommen. Auf dem Weg dahin haben wir uns an den diversen Ständen mit Essen versorgt – die Backwaren sind meist recht trocken, alles Gedämpfte oder in Öl Ausgebackene schmeckt meistens prima.

Dieses Mal hatten wir einen Dumpling mit Mohn und Zucker gefüllt – das war ja mein Ding! (Dumpling: Ein Teigkloß mit verschiedenen Füllungen, der im Dämpfkorb gegart wird, können aber auch kleine gefüllte, ebenfalls im Garkorb zubereitete Teigtäschchen sein. Mehrere Garkörbe werden geschichtet und man kann sich dann Dumplings mit verschiedenen Füllungen nach Gusto zusamenstellen. Prima Geschichte – vor allem als schneller Snack zwischendurch.)
Tja- und dann: Die Karte wurde von den Automaten nicht akzeptiert – also kein Geld. Im Hostel haben wir via Internetbanking nachgeschaut, ob die Karte vielleicht gesperrt worden ist (nichts entdecken können) und eine Nachricht an die Bank geschickt.
Mit unserem restlichen Tagesbudget sind wir zu einem Mopedverleih und nach intensiven Verhandlungen hatten wir zwei Mopeds zu einem sehr guten Preis. Jeskos Verhandlungen können gut und gerne mal ein Viertelstündchen dauern – ich beneide die Händler manchmal nicht. Echt – ich freu mich durchaus wieder darauf, wenn es feste Preise gibt für die Waren und das zackzack eingekauft ist. Wenn ich zu Hause überall so handeln und feilschen müsste – sapperlott, ich würde mit meinem Tagesprogramm gar nicht mehr rum kommen …
Kevin ist zu Jesko aufs Moped gestiegen, ich bei meinem Schatz hintendrauf – und los. Zu den Mud Caves sollte es gehen. Das Gewühle durch den Stadtverkehr läuft mittlerweile ganz geschmeidig – und Jesko hupte für Sönke gleich immer mit …
Ein Stück weit vor der Stadt hielt Jesko an einem Stand an und – handelte! Es ging um die Eintrittskarten für die Höhle. Dann sind wir noch ein Stück weitergefahren und haben den Zahlschein in eine richtige Eintrittskarte umgewandelt. Das muss man echt wissen, dass so etwas geht!!
Bei der Cave haben wir uns in Badeklamotten geschmissen und ein Guide hat uns in die Höhle geführt: Auf dem Weg dahin haben wir gleich zwei Gottesanbeterinnen gesehen – so gefällt mir Mantis bedeutend besser (für Nicht-Insider: Mantis heißt ein Fehler-Report-Programm – Einträge dort bedeuten mindestens Arbeit …). Eine beeindruckende Tropfsteinhöhle! Ich habe durchaus schon einige Höhlen gesehen, aber diese wartete mit tollen Formationen auf. Die meisten kitschig bunt angestrahlt, aber wenn man denn Blitz verwendet hat, sind einigermaßen natürliche Bilder rausgekommen.

Und dann kam die nächste Attraktion: Schlammbaden in der Höhle. Voll witzig! Man steigt in ein natürliches Becken in Schlammwasser und kann sich gemütlich reinlegen, ohne irgend etwas zu tun – Auftrieb, als ob man ein Luftballon wäre. Insbesondere unsere Poser-Jungs hatten ihren Spaß … – ich hoffte auf die positive Wirkung auf die Haut 😉

Dann haben wir uns den Dreck vom Leib gespült und sind durch weitere Tropfsteingänge zu Attraktion Nr. 3 gelaufen: Heiße Quellen. War das entspannend, im heißen Wasser zu liegen und sich nebenher Tropfsteinformationen anzusehen. Das erlebt echt nicht jeder!
Wieder in unseren normalen Klamotten haben wir uns auf die Mopeds gesetzt und sind (z. T. über reichlich holprige und mit Pfützen übersäten Pisten) zur Dragonbridge gefahren. Dort wollten Sönke und ich eigentlich das Oldie-Programm mitmachen und mit Bambusflößen fahren und die Jungs sollten uns dann wieder einsammeln, aber das war doch zu teuer. So haben die Jungs sich wenigstens noch den Spaß gegönnt und sind zweimal von der Brücke in den Fluss gesprungen: Immerhin so 7 – 9 Meter hoch. Getrocknet hat sie der Fahrtwind: Ein wenig sind wir noch durch die Gegend gekurvt.

Wieder zurück, hat sich Kevin ins kühle Zimmer zurückgezogen, Sönke und Jesko sind Richtung Bank gelaufen und ich habe Bericht geschrieben und Daumen gedrückt, dass es dieses Mal mit der Karte klappt. Es hat. Puh!
Und dann hat Jesko Antreiber gespielt: Sönke und ich sollten unbedingt auf einen Berg raufkraxeln – 600-700 Höhenmeter nur Treppen. (Meine Waden sind doch gerade wieder gut ??? Echt? Muss das sein??) Und bitte flott, sonst ist die Sonne untergegangen! Ey, so geschwitzt wie bei der Tour habe ich allerseltenst – der Mensch besteht zwar zu 70 % Prozent aus Wasser – trotzdem habe ich keine Ahnung, woher das viele Wasser kam!!! Rund 45 Minuten haben wir gebraucht – es hätte keine Stufe mehr sein dürfen, nach mir nicht und nach Sönke schon gar nicht …
Aber der Ausblick war zauberhaft und ich habe keine einzige Stufe bereut!!! Die Sonne ging langsam unter, die gesamte Bergkulisse in ein ganz sanftes Licht getaucht – für mich ist dort oben ein echter Traum in Erfüllung gegangen! Also an dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Jesko, dass er uns da hochgetriezt hat!

Bevor es ganz dunkel geworden ist, haben wir uns an den Abstieg gemacht – komplett nassgeschwitzt sind wir durch die Stadt zum Hostel marschiert. Was die Leute über diese drei komischen Langnasen gedacht haben, möchte ich nicht wissen …
Im Hostel haben wir uns kurz stadtfein gemacht und haben uns von Jesko zu einem Restaurant führen lassen. Bierfisch – eine lokale Spezialität. Sönke hat einen Wels ausgesucht, der dann sein Leben lassen musste. Er ist uns am Tisch nochmals in einer Tüte präsentiert worden – und hat prompt bewiesen, dass er eine Kämpfernatur ist, und ist aus der Tüte gehüpft. Nun, er hat den Kampf dann schlussendlich verloren und es war nicht umsonst: Er wurde uns – sehr lecker zubereitet – serviert und wir haben zum zweiten Mal Fisch mit Stäbchen gegessen. Geht alles. Nebenbei erwähnt: Ich war so fertig, dass ich fast Mühe hatte, mein Bier zu schaffen … Und der Cocktail in der Top Roof Bar hat mir endgültig den Rest gegeben: Ich habe geschlafen wie ein Baby!