Schwülwarm war es heute morgen, als wir aus dem Haus getreten sind, um nach einer Wäscherei zu fragen. Die passende Antwort haben wir in einem Hotel erhalten. Schnell noch gefrühstückt, dann die Wäschetüten geholt: Der Wäschesalon war schnell gefunden und zwei Maschinen mit unserer nach der großen, weiten Welt duftenden Wäsche befüllt. Nach einer guten Stunde hatten wir alles wieder frisch und trocken zusammengefaltet und zu unserer Unterkunft gebracht.
Nun konnte unser Programm starten: Allerdings war die erste Station, das Fort Provintia, abgesehen von einem hübschen Koi-Teich im japanischen Stil und zwei Türmen in japanischer Bauweise weniger interessant für uns, da es wenig Erläuterungen in englischer Sprache gab.
Eigentlich haben wir langsam von Tempeln genug – so wunderschön sie auch sind: Aber ein paar sind uns von unseren Reiseführern doch nahegelegt worden. Also haben wir uns einen der ältesten Tempel, den des Kriegsgottes Guangong angesehen. Er steht für Aufrichtigkeit und Loyalität und wird aufgrund seiner Fähigkeiten in der Geldverwaltung insbesondere von den Händlern verehrt. Ich finde, auf diesen drei Kompenenten sollte sich jedes Business aufbauen.
Prächtiger aber ist der Mazu-Tempel: Sie ist die Meeresgöttin und eine der am meisten verehrten Göttinnen in Taiwan. Wunderschöne Malereien, Figuren und Schnitzereien: Das beeindruckt immer wieder. Und auch in diesem Tempel wurden wieder die hölzernen Halbmonde geworfen, um Antworten auf drängende Fragen zu erhalten. Man darf diese Halbmonde übrigens so viele Male werfen, wie man will. Wenn die Götter partout nicht wollen, dann kann man lange werfen… Bei den Opfergaben, die auf dem Opfertisch möglichst weit vorne platziert werden wollen, gelten komplizierte Regeln – Götter sind halt doch wählerisch. Die Opfergaben werden hinterher übrigens auch wieder mitgenommen und dürfen gerne selbst verzehrt werden.
Kurz haben wir danach im japanisch angelegten Wu-Garten Station gemacht. Ganz nett, aber geht so. Wenn wir die Straßen entlangmarschieren, dann gehen wir unter einer Art Arkaden (das hört sicht viel zu hochtrabend an) an den Läden entlang. Zwischen den Läden stehen ganz oft viele Blumentöpfe zur Abtrennung. Fast jeder Taiwaner fühlt sich als Gärtner berufen. Wir haben auch ganz viele vertikal bepflanzte Wände gesehen, sogar Bauzäune.
Danach sind wir ins Kaufhaus Hayashi, dem ersten Kaufhaus Südtaiwans. Es ist ein Beispiel ziviler Architektur aus der japanischen Zeit. Auf den sechs Stockwerken werden schöne taiwanische Waren angeboten – aber wir haben nichts gekauft.
Wir wollten uns noch den Konfuzius-Tempel geben, aber der wird gerade renoviert. Wir haben uns mit einem superleckeren Obsteis getröstet. Und Kirsten hat sich noch gefüllte Baozi gegönnt: Scheint, als ob es einen weiteren Baozi-Fan gibt …
Der Bus kam gerade passend und wir sind zum Vorort Anping raus. Taiwan war schon immer eine gute Zwischenstation für den Handel, sei es für Japan oder insbesondere die Europäer. Und Anping als Hafenstadt vor der alten Hauptstadt spielte dabei eine wichtige Rolle. Bevor wir uns aber das Fort angesehen haben sind wir zu einer anderen Attraktion: Eine von Würgerfeigen überwucherte Hausruine. Uns hat es sehr an Kambodscha und Angkor Wat erinnert, aber das war noch eine andere Nummer. Nichts desto trotz sieht das einfach irre aus.
Dann haben wir das Fort noch angesehen – Pflicht erfüllt.
Unser Abendessen haben wir in einem Restaurant in der Stadt gehabt: Es war okay, aber nicht wirklich gut gewürzt. Die taiwanische Küche wird hochgelobt, aber für meine Begriffe war die Küche in Myanmar klar besser. Und die Thailändische ist es wohl auch. Es gibt schon leckere Sachen, keine Frage, aber ich hätte mehr erwartet laut der Reiseführer.











