12. Tag – Kaohsiung

Wir sind wieder weitergezogen und sind per Zug in Kaohsiung gelandet. Das Gepäck haben wir im Hotel deponiert und sind losgezogen bei 29 °C. Pflichtprogramm ist der Lotus See, an dem gleich mehrere große Tempel und Pagoden liegen.

Es soll Glück bringen, über die ZickZack-Brücke zu gehen, dann in das Maul des Drachen zu steigen und aus dem Maul des Tigers wieder herauszukommen. Klingt komisch? Ist aber ganz einfach: Nach der Brücke sind zwei riesige bunte Figuren, nämlich ein Drache und ein Tiger aufgebaut, durch die man hindurchgehen kann. Zwischendrin kann man die Pagoden besteigen und hat einen schönen Blick über den See. Selbstverständlich haben wir alles für Glück und Aussicht getan.

Dann wollten wir die alte Stadtmauer ansehen: Leider war der nächstgelegene erhaltene Mauerteil zwecks Restaurationsarbeiten verhüllt. Und für den anderen, noch existierende Teil mussten wir ordentlich laufen – in der Mittagssonne, was ich als Südkind mit Hang zur Siesta immer kopfschüttelnd mitmache. Nun, auch der andere Teil der Stadmauer wurde restauriert und man hat nicht wirklich viel gesehen.

Wir sind wieder zum See zurück und am Ufer entlang gelaufen: An einem Tempel sind wir nicht in den Tempel sondern zur dazugehörenden Pagode auf dem See. dort haben wir eine kleine Abkühlpause gemacht. Irgendwann haben wir uns wieder aufgerafft und sind weiter zum nächsten Tempel mit der 24 Meter hohen Staue des Xuantian Shang-di, dem Oberste Beherrscher des Dunklen Himmels und Bewacher des Nordens. Das ist doch mal ein grandioser Titel!

Mit der Metro sind wir in einen Ortsteil, an dessen Rand Berge sind: Dort treffen Menschen und Waldtiere zusammen – wildlebende Makaken. Wir hatten Glück und eine ganz Horde mit Babys sind gerade durch einen Bereich mit Verkaufsständen und dem angrenzenden Wald getobt. Da haben wir ganz schnell unsere Kameras gezückt und nette Bilder gemacht. Nichts desto Trotz habe ich Respekt vor ihnen – denn so sehr sie Menschen zwar kennen, so wild sind sie aber immer noch. Und gebissen werden mag ich bestimmt nicht von denen werden.

Noch ein Stück des Busweges, dann erreichten wir den Liebes-Fluss – eigentlich ein Kanal. Den sind wir entlanspaziert bis zu einem lebensgroßen, aus dem Wasser springenden Walfisch aus Plastikmüll. Der sieht wirklich cool aus und mahnt gleichzeitig den vielen Plastikmüll in den Meeren an.

Unsere Mägen knurrten so langsam und daher haben wir uns auf die Suche nach einer Restaurant-Empfehlung gemacht. Tatsächlich haben wir ordentlich suchen müssen, aber schlussendlich gefunden. Wir hatten leckere Meeresfrüchte und ich hatte Meeresschnecken probiert. Die waren zwar von der Konsistenz recht fest, aber dennoch lecker in megaviel Pfeffer und Knoblauch im Steintopf gegart worden. Sönke hatte seine Tintenfische und Kirsten Krabbe. Klar haben wir untereinander probiert – das war mal echt ein Festmenü.

Erst um kurz vor 21 Uhr sind wir im Hotel angekommen: Die 30.000 Schritte haben wir heute voll bekommen. Morgen darf und wird es weniger geben – jedenfalls ist das der Kommentar meines Knies …