9. Tag – Reste-Sightseeing auf São Miguel

Erst einmal sind wir ins Café Central: Frühstücken und dann mal schauen, was wir heute noch so anstellen können. Wetterlage: Tief hängende Wolken, aber trocken. Sightseeing-Lage: Fast alles schon gesehen. Aber ein paar Reste sind noch geblieben.

Kaffeegestärkt sind wir zu einer Ananas-Plantage gefahren. Eine ältere Frau dirigierte uns und ein anderes Paar aus Toronto zu den Gewächshäusern. Wir schauten hinein und sahen rund 1000 Ananaspflanzen. Es roch nach Rauch: Das wird wohl gemacht, damit die Pflanzen gleichzeitig blühen. In einem anderen Gewächshaus waren die Früchte schon größer: Diese Bio-Ananas braucht 2 bis 2 1/2 Jahre, um zu wachsen und zu reifen. Dass das so lange dauert, hätte ich nicht gedacht.

Dann durften wir uns noch ein Filmchen über den Anbau ansehen und auch Ananas kosten. Sönke und mir hat das nicht genügt: Wir haben eine ganze Ananas gekauft, sie schneiden lassen und direkt vor Ort gemampft. Oberlecker!

Wir sind ja schon über die ganze Insel gefahren, aber die Südwestküste war die letzte weiße Stelle auf unserer Besucherkarte. Laut Reiseführer gibt es dort auch nicht so die Wahnsinnskracher zu sehen, aber wir hatten die Muße und haben diese Ecke der Insel auch noch abgegrast.

Also erst mal nach Furnas rüber. Dort rief Sönke auf einmal: „Da ist ein umgekipptes Haus!“ Er hat umgedreht und da habe ich es auch gesehen. Keine Ahnung warum sie das gemacht haben, aber lustig sah es aus.

Landschaftlich ist auch dieser südwestliche Inselteil schön und vor allem grün, grün, grün. Wir haben eine Straße zu einem Ort an der Küste genommen, der vor einigen Jahren schwer getroffen worden war. Erst zerstörte ein Erdrutsch den Ort und kurz darauf spülte eine Sturmflut die Trümmer wieder an Land und machte auch den Rest dem Erdboden gleich. Mittlerweile ist der Ort wiederhergestellt und mit einer schützenden Hafenanlage (mit EU-Geldern) gesichert. Auch die Straße zum Ort wird zur Zeit mit neuen Tunnelanlagen vor Erdrutschen geschützt. An dieser Straße gibt es auch mehrere kleinere Wasserfälle, aber wir konnten schlecht anhalten.

In Povoação haben wir eine kleine Runde zu Fuß gedreht: Nettes Städtchen und auch hier sind die Sturmflutreste beseitigt. Was übrigens ganz nett ist: Die Gehsteige sind in einigen Orten mit schwarzen und weißen Steinen in sehr hübschen Mustern belegt – regennass leuchtet das weiße Muster richtig.

Wir sind die kurvenreiche Straße weitergetingelt und haben noch einige Miradouros abgeklappert. Meistens gibt es auch hier schöne Picknickstellen. Und die werden auch richtig ordentlich gepflegt: Gärtner halten diese Anlagen in Schuss. Auch die oft angegliederten Toilettenanlagen sind sauberer als so manche Anlage an deutschen Autobahnen.

Fazit: Die Aussichtspunkte der Nordküste sind klar spektakulärer. Dennoch war es eine nette Tour.

Morgen packen wir unsere Rucksäcke und ziehen eine Insel weiter.