21. Tag: Atlantikwasser

Früh um 6:30 Uhr wartete Jason, der bei Freunden übernachtet hat, vor dem Haus auf uns und wir haben gemeinsam ein Aluguer nach Sao Felipe genommen.
Der Fahrer ist wohl Technikfreak: Jedenfalls hatte er vorne einen Monitor (drehbar, mit Fernbedienung) eingebaut und spielte die ganze Fahrt über genau zwei Lieder in Schleife. Ich hatte das Vergnügen, ganz vorne Mitte zu sitzen mit dem Rückspiegel oder eben diesem Monitor vor Augen. Es war etwas schwierig, die vielen älteren Lavafelder, die wir gequert haben, zu sehen. Stattdessen hatte ich viel „Popogewackel“ im Blickfeld …
Mit einer kleine Zwischenaufregung (einer ist ausgestiegen und seine Tasche war weg – also rumtelefonieren, wer sie aus Versehen mit dem ganzen Gemüse und den anderen mittransportierten Waren auch mit ausgepackt hat) landeten wir wieder in Sao Felipe, wo wir in der Pension Las Vegas abgestiegen sind. Ich war etwas skeptisch ob des Namens, aber wir haben – Zimmer mit Meerblick!
Unser Gepäck sollte uns gebracht werden, aber irgendwas hat nicht so ganz geklappt und Jason hat ordentlich rumtelefoniert. Irgendwie ist es schließlich geregelt worden und mit zwei Stunden Verspätung waren auch unsere Rucksäcke bei uns.
Sao Felipe brodelt vormittags, da alle Leute von der Insel in die Stadt kommen, um dort ihre Geschäfte zu machen. Mittags fahren sie alle wieder in ihre Orte und die Stadt wird ruhiger. Wir waren noch kurz auf dem Markt: Viel frischer Fisch. Auf dem kleinen Platz ein Gehupe: Jeder rangelte mit seinen Pickups, Taxis und Bussen um Durchkommen. Dazwischen schlängelten sich die Leute noch durch die engen Gassen. Und weil die Straße an einer Stelle kaputt war, ist ein Hütchen aufgestellt worden und ein Arbeiter saß in aller Ruhe mitten auf der Straße und klopfte neue Steine ein.
Am Nachmittag haben wir uns ein Taxi genommen und sind entgegen des Uhrzeigersinns an der Küste entlanggefahren. Dabei haben wir die Bordeira quasi von außen gesehen: Relativ trocken und mit vielen Erosionsrinnen. Unser Fahrer bog auf eine Straße zu einer Badebucht ab: Mindestens einmal wollten wir gebadet haben. Aber das ist nicht so einfach auf den Kapverden aufgrund extrem starker Strömungen. Aber auf Fogo gibt es eine recht geschützte Bucht, wo es gefahrlos geht. Das ist zudem noch ganz hübsch, weil es einen ausgewaschenen Steinbogen gibt, von dem die Einheimischen auch gerne ins Wasser hüpfen. Das haben wir zwar nicht gemacht, aber ich habe Sönke das Wasser antesten lassen und bin dann mit ihm nochmal rein. Herrlich! Das hat unseren geplagten Wanderknochen gut getan!
Morgen geht es mit der Fähre nach Santiago und es heißt Abschied nehmen von Fogo: Tolle Insel! Und zum Abschied hat es noch einen tollen Sonnenuntergang über der Nachbarinsel Brava und ein tolles Essen gegeben.