Wir haben heute Pinoccho gesehen! Aber davon später.
Aufwachen, Balkontür öffnen und – ahhh! Wir haben einen wunderbaren Blick auf die gesamte Ebene von Lucca bis Florenz! Noch leicht im Nebel breitet sich eine wunderbare Landschaft vor uns aus.
Nach einem für italienische Verhältnisse äußert üppigem Frühstück sind wir sofort losgezogen. Unser erstes Ziel:Vinci. Es interessiert uns natürlich sein berühmtster Bürger: Leonardo. Auf zwei kleine Museen aufgeteilt, wurden nicht so bekannte Skizzen von ihm in die (Modell-)Realität umgesetzt. Völlig spannend und faszinierend mit welcher Vielfalt Leonardo da Vinci aufwarten konnte. Von Kranmaschinen, Flugapparaten, Fahrradbau, Goldplattierung, Web- und Spulvorrichtungen, optischen Versuchen, einem Tauchapparat: Da war alles und noch viel mehr dabei. Und nicht zu vergessen seine Gemälde.
In seinem Geburtshaus hat es eine interaktive Installation seines Abendmahlbildes gegeben, wo man lauter unbekannte (jedenfalls für so kunstunbedarfte Leute wie mich) Dinge in dem Gemälde entdecken konnte.
Von Vinci sind wir zu den Montecatini -Thermen gefahren: Die sind leider wegen Renovierung geschlossen gewesen, so dass ich nur durch den Zaun ein Bild von dem uns Entgangenen schießen konnte. Mit eine Zahnradbahn hätte man nach Montecatini Alto fahren können: Da aber gerade Mittagspause war, sind wir mit dem Auto selbst hochgefahren. Mit einem wunderschönen Ausblick sind wir belohnt worden. Ein kurzer Bummel durch den kleinen Ort war ganz nett: Und das erste Gelato ebenso…
Wo wir gerade schon in den Bergen waren, sind wir die Strecke nach Collodi über die Bergroute gefahren mit quasi permanent Superausblick.
Collodi ist der Geburtsort von – Pinocchio. Der Rummel um Meister Gepetto hat uns nicht so sehr interessiert: Der Ort ist spannend. Lange Zeit konnte man das Dorf nur über eine Riesen-Villa erreichen, die quasi wie ein Türsteher vor dem Dorf stand. Und steilst dahinter klemmten sich die Häuser an den Berg.
Noch einen Programmpunkt hatten wir auf der Liste: Pistoia. Die Assoziation zu „Pistole“kommt nicht von ungefähr: Pistoia war früher ein Messer, gern und häufig von den Einwohnern verwendet – wie eben später die Pistole …
Mehrere Gebäude waren mit einer „streifigen“ Fassade versehen: Weiß und dunkelgrün. Oder schwarz. Wir haben gerade die Diskussion, welche Farbe nun. Ach egal – sieht einfach klasse aus. Bis zum Dunkelwerden sind wir noch durch die verwinkelten Gassen gestreift. Dann aber aber unsere Mägen immer vernehmlicher geknurrt und wir sind zurück „nach Hause“.
Und wir haben exzellent gespeist! Sönke hatte Ravioli in Limettensauce und ich einen Räucherfischteller als Vorspeise. Gefolgt von Wildschwein, Kartoffelpüree und Polenta Und einem wunderbaren Rotwein.
Während Sönke langsam entschlummert ist, habe ich noch Bericht geschrieben und mich mit der lausigen Internetverbindung abgemüht. Irgendwann habe auch ich die Segel gestrichen …