Den Morgen haben wir gemütlich angehen lassen und sind erst relativ spät losgezogen. Wir sind über die Stadtmauer zum Südtor gelangt.
Vor dem Südtor haben Schreiner ihre Werkstätten: Sie verarbeiten riesige Baumstücke zu wunderschönen Tischen oder Schränken mit vielen Schnitzereien. Was für Holz sie verwenden, weiß ich ich nicht, schätze aber, dass es Tropenholz ist, weil die Stammstücke einfach riesig waren.
Wir sind dann die Süd-Nord-Verbindung zum Nordtor gelaufen.
Hier wird Marmor abgebaut, der in China berühmt ist: Die Maserung des Marmors sieht aus, als ob es gemalte Landschaften wären. Es gibt daher viele Läden, die Marmorprodukte anbieten. Uns haben durchaus einige der Marmorbilder gefallen – aber der Transport wäre denn doch etwas schwierig …
Am Nordtor konnten wir zum ersten Mal etwas sehen, was Spinnenphobiker schreiend davon laufen lässt: Ganz viele Spinnen, die große Netze spinnen. Whow.
Wir beschlossen, uns Fahrräder zu mieten, um damit an den See zu fahren. Gesagt, getan – und los ging es. Entlang an einem Graben voller Spinnen, entlang an Marmorschleifereien bis zum Er Hai See. Auf der Fahrt grummelte es schon und als wir am Ufer angelangt waren, da ging das Gewitter los. Flugs haben wir uns eine Bar gesucht, die Räder abgestellt und den Regen mit einem Bier abgewartet.
Es war klasse, am See entlang zu fahren, die Bauern auf ihren Feldern zu beobachten, durch kleine Dörfer mit schmalen Gassen zu fahren. Auf der einen Seite der See, auf der anderen Seite die Berge, die über 4000 m hoch sind: Tolles Panorama!
Und immer wieder die riesigen Spinnennetze mit Hunderten von Spinnen.
Dann fuhren wir an einem kleinen Häuschn vorbei, wo Männer Stangen mit gelben, gebundenen Pflanzen rumtrugen: Eine Tabakmanufaktur. Jesko sprach sie an und wir durften weiter auf den Hof. Dort saßen Frauen und sortierten und banden Tabak. Die Pflanzen wurden dann zum Trocknen in Öfen gehängt. Ich habe eine der alten Frauen fotografiert und sie ist gleich neugierig zu mir gekommen und wollte das Bild sehen. Klar habe ich es ihr gezeigt – und sie hat sich richtig gefreut. Und die anderen Frauen haben auch mitgelacht. Es war richtig süß.
Die Räder haben wir wieder abgegeben und die Jungs sind zum – oh no – Pizza essen gegangen. Sönke und ich haben uns ein tibetisches Lokal rausgesucht: So oft hat man die Chance ja nicht. Yakfleisch stand leider nicht auf der Karte und Buttertee soll allerscheußlichst schmecken. Aber wir haben was gefunden und das hat dann auch prima geschmeckt.





