Unsere Rucksäcke haben wir etwas umgepackt und reisen sozusagen mit kleinem Gepäck weiter. Nach kurzem Marsch zum Busbahnhof hat Jesko unseren Bus gefunden, der uns zu den Reisterrassen bringen soll. Nun, auf europäische Langnasen, bzw. deren Langbeine sind diese 20-Mann-Busse nicht unbedingt ausgelegt: Daher haben wir die rund dreistüdige Fahrt relativ „zusammengefaltet“ verbracht.
Ziel war ein keiner Ort namens Chenyang in den Longshen-Terrassen. Die Berge und Häuser haben mich schon sehr an den Schwarzwald erinnert, nur der Bambus, die Bananenstauden und der Oleander am Straßenrand haben nicht so ganz gestimmt. Welche Höhe die Berge dort haben, kann ich leider nicht sagen, aber ich schätze sie etwas höher ein – so an die 2000m oder etwas drüber dürften sie wohl sein.
Der Bus hielt zwischendrin an einem großen Tor, dort mussten wir uns eine Eintrittskarte für das Gebiet kaufen. Nach einer weiteren knappen Stunde Fahrt sind wir angekommen.
Gleich beim Aussteigen aus dem Bus sind wir von Frauen in Tracht umringt worden: Ob sie uns unser Gepäck tragen dürften. Wir haben abgelehnt, aber was diese Frauen alles durch die Gegend schleifen: Respekt!

Ein junger Mann hat uns von dem Parkplatz abgeholt und hat uns dann zu unserer Unterkunft begleitet. Ein Fußmarsch von einer 3/4 Stunde, der es aber in sich hatte. Es war heiß und es ging streng bergauf über Treppen und Steinpfade: War ich froh, dass wir die großen Rucksäcke in Guilin hatten lassen können! Aber unser Hostel und insbesondere der Ausblick von dort hat uns (inklusive des kühlen Biers …) für diese Anstrengung allemal belohnt.
Nachdem wir unsere hübschen Zimmer bezogen und noch etwa gegessen hatten (irgendwie sind unsere Jungs ständig hungrig), hielten wir noch eine kurze Siesta.
Eine der alten Frauen setzte sich auf die Terrasse und hat angefangen, ein Band zu weben: Und wie akkurat! Später habe ich noch zwei Tücher von ihr gekauft. Diese Frau und auch noch ein paar alte Omas waren echt knuffig und immer fröhlich drauf: Über Sönkes Bauch haben sie sich richtig gefreut und gescherzt.
Am späteren Nachmittag sind wir nochmals losgezogen und hofften, einen hübschen Sonnenuntergang zu erleben: Aber es war zu bewölkt. Dennoch war es schön, über die Pfade zu laufen mit immer wieder neuen Ausblicken: Wie wird es da erst morgen sein, wenn wir eine große Tour machen.
An einem Aussichtspunkt war größerer Trubel: Man konnte sich da verschiedene traditionelle Kostüme ausleihen und sich dann fotografieren. War ganz lustig, die Posiererei zu beobachten.
Zurück im Hostel haben wir allerallerleckerst zu Abend gegessen: Eine Füllung mit Reis, Fleisch, Gemüse und Gewürzen wird in einen Abschnitt mit frischem Bambus gefüllt. Diese Bambusabschnitte werden ins Feuer gelegt und wenn sie fertig sind, längs geöffnet und man kann die Füllung essen – hm, vielleicht doch ein Grund auch mal einen großen Bambus (wir haben ja nur so kleine, da lohnt das Füllen nicht …) anzupflanzen, zumal die Sprossen auch essbar sind. Aber ich beruhige jetzt mal unsere Nachbarn: Okay, okay, ich habe diese Idee schon wieder ad acta gelegt 🙂 .



Hallo Ihr drei (mittlerweile),
ich bin extrem beeindruckt, dass Ihr auf der eigenen Faust unterwegs seid und nicht wie Weicheier, wie wir ;-))
Ich nehme den Block gern in meine tägliche Lektüre auf.
Sehr fein
Beste Grüße
Kübi