Die Koffer sind gepackt und wir ziehen weiter. San Marino ist das Ziel, aber wir machten noch einen Abstecher über Assisi.
Die Geburtsstadt des heiligen Franziskus von Assisi ist UNESCO Weltkulturerbe. Das Städtchen hat sich touristenfreundlich herausgeputzt bis hin zu Tiefgaragen für die Besucher mit Rolltreppe in die Stadt.
Bevor wir zur Hauptattraktion von Assisi gelaufen sind, haben wir uns auf dem zentralen Platz ein Panini geholt. Nein, kein Fußballabziehbildchen, sondern ein angeröstetes Brötchen, dick belegt mit Fleisch (oder Wurst) und neben einigen Gewürzen natürlich noch ein Schuss Olivenöl drauf. Danach ist man für ein Weilchen wieder hergestellt.
Über einige kleine Gässchen sind wir an die Doppelkirche San Francesco gelangt. Die Basilika hat zwei Kirchen in einem Gebäude übereinander. Beide sind über und über mit Malereien verziert – aber keine goldenen Monsterverzierungen oder Marmorstatuen. Beide Kirchen wirkten fast gemütlich. Nichts desto Trotz kam uns der Ort zu geleckt vor und die Vermarktung des heiligen Franziskus wäre demselben vermutlich reichlich gegen den Strich gegangen.
Wir sind weiter: erst noch ein Stück Autobahn, dann aber haben wir die Route über die Berge genommen und sind mit vielen schönen Ausblicken belohnt worden. Dann kam San Marino in Sicht: Das hatten wir so nicht erwartet. Der alte Stadtkern liegt eng an einen steilen Hang geschmiegt. Ganz oben sind drei Türme verteilt, danach fällt der Felsen 750m fast senkrecht ab. Ein eindrucksvolles Bild, wenn man darauf zufährt.
Während Sönke schon am „whowen“ war, kämpfte ich noch verzweifelt mit Plänen und merkwürdigen Anfahrtsbeschreibungen, um das Hotel zu finden. Aber irgendwann war auch das geschafft. Wir haben nicht wirklich Zeit verloren und sind sofort losmarschiert.
Durch das Stadttor sind wir von unten in das Innere gelangt. Nette Überraschung: Es findet dort zur Zeit eine Ausstellung verteilt über den ganzen Ort statt: Aus Altmaterial sind große Figuren geschaffen worden, die an Roboter erinnern. Sehr pfiffig sind sie in Szene gesetzt: Immer wieder einmal entdeckt man eine neue Figur, wenn man irgendwo um die Ecke kommt.
Am Nordrand der Stadt ist eine Seilbahn zum Fuß des Berges. Die haben wir aber links liegen lassen und sind am obersten Rand der Stadt auf dem „Hexenpfad“ alle drei Türme abgelaufen. Spektakuläre Ausblicke haben sich uns geboten und die Abendsonne hat alles in ein wunderbares Licht gehüllt. Kurz vor Sonnenuntergang waren wir wieder am Hotel und haben das Fenster weit auf gemacht. Auf dem Bett sitzend haben wir das tolle Bergpanorama mit der der untergehenden Sonne genossen.
Das Panini vom Mittag hatte seine Schuldigkeit getan und wir haben uns wieder aufgemacht, um Essen zu gehen. Wir haben ein nettes Restaurant gefunden und sehr gut gegessen. Als „Dessert“ hatte Sönke einen Grappa: Aber keinen normalen 08/15-Grappa, sondern einen Hausbrand. Den mochte sogar ich und wir haben zwei Flaschen davon in unsere Mitbringseltasche gepackt.








