Angekommen in Havanna


Prolog
Unser Flug ging von Hamburg über Köln nach Varadero mit rund zwei Stunden Verspätung. Nach der üblichen Empfangsprozedur der Einreise aus dem Flughafen kommen und im Urlaubmodus sein war eins. Wir wollten nicht im Dunklen direkt nach Havanna fahren und hatten daher unsere Unterkunft in der Nähe (Matanzas) gebucht. Die Abholung hat toll geklappt und wir sind sehr herzlich empfangen worden. Ein Bierchen noch in der Hollywoodschaukel im Innenhof, dann Heia – der Tag war lang genug gewesen.

1. Tag
Der Wecker hatte schon geklingelt, ich lag aber noch im Bett, da waberte ein wunderbarer Kaffeeduft ins Zimmer. Und mit der Aussicht auf ein gutes Frühstück ist das Aufstehen auch mir nicht schwer gefallen.
Nach dem Frühstück hatten wir noch Zeit für eine kleine Runde durch die Gemeinde: Um 10:30 Uhr sollten wir mit dem Sammeltaxi abgeholt werden. Gestern hatte ich bereits den einen oder anderen Oldtimer gesehen, aber das war noch gar nichts. Eigentlich fahren dort zu 50% Oldtimer und dabei sind die alten Ami-Schlitten natürlich die Spektakulärsten. Hammer, was da für Kisten fahren!

Und als wir nach unserer Runde in so ein Teil einsteigen sollten, um nach Havanna gefahren zu werden, war ich hin und weg. Ein Buick mit so was von viel Platz! Ein französisches Paar stieg noch zu und los ging die Fahrt ins ca. 70 Kilometer entfernte Havanna. Die Franzosen haben uns einige Tipps gegeben und ich habe dabei mein französisch mal wieder entstaubt.
Unsere neue Unterkunft liegt im Altstadtbereich sehr günstig: Wir sind nach dem Zimmerbezug auch direkt losmarschiert. Die Häuser hier sind alt, die Fassaden bröckeln. An manchen Gebäuden mag man fast nur auf Zehenspitzen vorbeigehen, damit sie nicht zusammenfallen. Abenteuerliche Balkonabstützungen habe ich heute gesehen gleich über mehrere Stockwerke hinweg. Die Häuser innen alle dermaßen verbaut: Auch unser Zimmer ist nur über zwei eng verschachtelte Treppen zu erreichen.
Wir sind an einen Kunsthandwerkermarkt gelatscht: Nun, gesammelter Touristenkram, aber die Anschnacker waren sehr viel harmloser als in Marrakesch. Insofern werden wir mit diesem Menschenschlag gut umgehen können. In einer Brauerei hatten wir einen kleinen Mittagssnack: Wir haben uns einen kleinen Fleischspieß geteilt.
Die nächste Station war ein Rummuseum – klar, Havanna Club. Das war ganz nett gemacht: Unter anderem hatten sie eine kleine Eisenbahn aufgebaut à la Miniaturwunderland mit einer ganzen Rumproduktion. Und natürlich durfte man auch probieren – schon nicht schlecht so ein 7 Jahre gereifter Rum. Vielleicht holen wir später noch etwas davon – der Platz im Rucksack ist schließlich begrenzt und wir nicht leichtfertig vergeben.
Nachdem wir den ausrangierten Präsidenteneisenbahnwaggon erkundet hatten, sind wir einfach durch die Stadt geschlendert, haben uns die Altstadt von oben angesehen und mit einer von Leonardo da Vinci erfundenen Spiegelvorrichtung (Cámara obscura) eine 360°-Ansicht gehabt. An einer anderen Stelle gab es ein riesiges Modell der Altstadt mit Lichteffekten – nun gut. An einigen Stellen wurde viel Trubel um Hemmingway gemacht (hier gewohnt, dort Cocktails geschlürft, …): Was mich daran erinnert hat, dass ich diese fatale Bildungslücke vielleicht mal schließen sollte – ich habe noch nichts von ihm gelesen.
Nachdem wir auch noch das Capitol von außen bewundert hatten, war erst mal gut für heute und wir folgten einer Restaurant-Empfehlung des Reiseführers. Wir mussten etwas warten und wurden dann zu einem kubanischen Paar gesetzt. Sie bekam mit, dass wir Deutsche waren und sprach uns an: Sie war teilweise in der DDR aufgewachsen und freute sich, dass sie mal wieder deutsch sprechen konnte. Mit dicker Umarmung und Küsschen verabschiedeten sie sich. So freundliche Leute hier.