Nach gemütlichem Frühstück (mit Ziegenkäse und dieses Mal sogar mit Omelette) haben wir unsere Siebensachen gepackt und wollen weiter.
Wir haben noch eine kleine Umdisponierung inlandsflugtechnisch organisiert und als wir aus dem Reisebüro raus sind, wurde uns ein Aluguer nach Porto Novo angeboten. Der Fahrer wollte uns einen Mischtarif anbieten, aber wir haben auf „collectivo“ bestanden (zumal wir gerade nicht viel Geld hatten, da die Bankautomaten in Ribeira Grande gerade ein Verbindungsproblem hatten). Da es gerade nieselte, haben wir uns in den Bus gesetzt und gewartet, ob der Fahrer noch weitere Fahrgäste finden würde. Aber der hat sich nur hingestellt und mit irgendwelchen Kumpels geratscht. Sönke ist wieder ausgestiegen und die Aluguer-Reihe entlang gelaufen, ob sich nicht doch ein anderes Fahrzeug finden ließe. Nun, nach Vilas das Pombas war eines fast voll. Sönke kam zurück und wir haben kurz besprochen, ob wir nicht kurzerhand das Aluguer nach Vilas das Pombas nehmen sollten und dann weitersehen würden (das Dorf liegt auf der Strecke noch Porto Novo). Wir waren beide dafür: Unser Fahrer hat gemerkt, dass wir nicht mehr so recht wollten und bot uns auch eine Fahrt nach Vilas das Pombas an. Aber Sönke und ich hatten keine Lust mehr, den Fahrer fanden wir auch unsympatisch und so haben wir die Rucksäcke geschultert und sind einfach losgelaufen. (Das andere Aluguer war leider mittlerweile schon losgefahren) Kaum über die Brücke hielt ein weiteres Aluguer neben uns, wir nickten und er fuhr bis zur nächsten Kurve. Erst wollte er uns einen ermäßigten Preis nach Porto Novo machen, aber wir waren auf dem Collectivo-Trip. Eine Frau stieg in das Fahrzeug und hat uns der Diskussion enthoben: Allerdings haben wir erst mal bis nach Vilas das Pombas festgemacht. Dort angekommen, hielt der Fahrer am Sammelplatz und machte uns den Vorschlag, dass er noch Leute suchen würde bzw. er uns fahren würde zu einem wirklich günstigen Preis, weil er auf der Rückfahrt das Fahrzeug sicherlich voll bekommen würde. Das haben wir angenommen und ihm auch gesagt, dass es ok ist, wenn er noch weitere Gäste unterwegs aufnimmt. Und so kam es dann auch – und alle waren zufrieden.
In Porto Novo hatten wir noch reichlich Zeit, bis die Fähre nach Sao Vicente übersetzte: Unser Gepäck konnten wir abgeben und sind danach durch Porto Novo geschlendert: Wäre da nicht gerade Schulschluss gewesen, wäre dort so gut wie nichts los gewesen. Sogar die Fischverkäuferinnen packten ihren frischen Fisch und den Trockenfisch ein, luden die Bottiche auf ihre Köpfe (ich finde das enorm elegant, wie die Frauen damit tragen!) und gingen – zu einem Taxi. Ich hätte mal einen deutschen Taxifahrer sehen wollen, dem man Fischbottiche und Trockenfisch in den Kofferraum lädt …
Die Überfahrt war den relativ ruhig und in Mindelo haben wir die Pension, die wir uns im Reiseführer ausgesucht haben, auch schnell gefunden. Heute abend ist im angeschlossenen Restaurant Livemusik: Also haben wir einen Tisch reserviert und sind gespannt, was da abgeht.
Ein kurzer Zug durch die Gemeinde war nicht so prickelnd: Nun, es war mittlerweile schon dunkel geworden und ich habe mich noch nicht wirklich entschlossen, ob ich Mindelo mag oder nicht – vorsichtig abwartende Haltung meinerseits.
Mindelo ist eine Schmelztiegelstadt, geprägt vom Hafen – einige Bettler und man wird ausdrücklich vor Taschendieben gewarnt. Ich bin, wenn ich so etwas lese, irgendwie immer so auf „hab-Acht-Stellung“ und kann dann nicht mehr so frei genießen.
Aber ich will nicht rumunken und freue mich heute abend auf die Musik und morgen auf den Fischmarkt.
Wir haben hier im Hotel leider kein Internet, so dass die Einträge in den nächsten Tagen sehr unregelmäßig kommen werden.



