02.01.2014
Nach dem Frühstück (Brötchen mit Omelette, Schinken, Käse und Kuchen, dazu frischer Kaffee) haben wir uns auf den Weg gemacht und haben tatsächlich auch die Haltestelle gefunden und sind mit einem Aluguer (Sammeltaxi) nach Palmeira gefahren. Von dort sollte es weitergehen – leider gab’s aber kein Aluguer nordwärts, also haben wir uns per pedes auf den Weg gemacht – den ganzen Weg unter ständiger Begleitung eines Hundes, der sich über sein neues Rudel sichtlich gefreut hat.
Sal ist echt öde. Gelegentlich mal ein paar Mini-Melonen, die es irgendwie schaffen, mit einem Regenguss pro Jahr durchzukommen, ein paar vertrocknete Gräser und wenige halbverdorrte Bäumchen; sonst nur Sand, Lavasteine und viiiiel Wind. Der macht die Hitze dann aber gut erträglich – man merkt gar nicht, wie sich der Sonnenbrand durch die Haut frisst.
Nach ca. 5 km, gelegentlich überholt von Kopf schüttelnden Touristen in klimatisierten Jeeps, sind wir in Buracona angekommen. Diese Ortschaft besteht aus exakt einem Restaurant und 3 afrikanischen Souvenirverkäufern. Das Bierchen für den Herrn / das Wasser für die Dame haben echt gut getan!
In Buracona frisst sich die Brandung in die Küste und bildet dort natürliche Pools und Höhlen. Die Decke einer dieser Höhlen ist eingestürzt und so kann man 28 Meter tief ins dunkle Wasser schauen. Wenn denn noch die Sonne richtig steht (gemäß Reiseführer so ab 11:00) leuchtet sie wohl das Wasser schön aus – daher der Name Olho Azul – blaues Auge. Wir waren um kurz vor 12 da, aber das mit dem blauen Auge gilt wohl nur so richtig im Sommer. Heute hat sie jedenfalls die Wasseroberfläche nur so ganz eben angekratzt.
Und dann mussten wir ja irgendwie wieder zurück. Da Espargos an einem Hügel liegt, der von Türmen der Flugüberwachung und Mobilfunk-Betreiber verziert wird, konnte man das gut auch von Weitem sehen. Naja – denn man los: immer geradeaus mit Monte Radar im Visier quer durch die Steinwüste („Hammada – naja fast“ sagt Elke, die bei Geologie wohl gut aufgepasst hat. Wir kennen ja eher „hammanet“…). Gelegentliche Knochenfunde sorgten für gute Stimmung… Nach ca. 2:30 h mit 2 Litern Wasser weniger im Rucksack und RGB-Werten der Haut deutlich mehr in Richtung R sind wir dann in Espargos angekommen. Im Flugzeug war sich Elke mit ihrem Hut noch etwas komisch vorgekommen – aber heute hat er seine Daseinsberechtigung unter Beweis gestellt. Am Stadtrand wandelte sich die Wüste erst immer mehr zur Müllkippe, dann zu einem Slum. Nachdem wir durch Slums durch waren, wurden die Häuser wieder festgebauter und bunter. In Espargos haben wir dann schnell unser Hotel gefunden.
Siesta.
Wieder halbwegs ausgeruht haben wir einen Streifzug durch die Gemeinde unternommen: Wir wollten noch Wasser kaufen – der Vorrat ist heute doch gut geschrumpft. Und Duschgel (siehe gestern ;-). Zudem wollten wir gerne unsere Inlandsflüge bestätigen und sind daher in ein kleines Reisebüro: Die gute Frau hat uns leider nicht so richtig verstanden und hat uns lediglich bestätigt, dass die Flüge gehen. Übrigens durchaus möglich, dass der eine oder andere Flug ausfällt: In unserem Hotel hatten wir Daniel kennengelernt, der sonst in Rotterdam lebt und Silvester zu seiner Familie auf eine der Inseln fliegen wollte: Aber das Wetter hat nicht gepasst, so dass er in Espargos festhing.
Den Flug haben wir dann selbst per Telefon rückbestätigt – die nette Dame bei TACV sprach gut englisch, so dass die mühsam zusammengestellten Sätze auf kriolu nicht ran mussten.




