Tag 27 – ich mag die Stadt nicht …

Heute morgen haben wir Lijiang schon wieder verlassen müssen. Sönke und ich hätten uns gut und gerne den einen oder anderen Tag durch die Lokale der Stadt gefuttert … Zudem hätte uns die Tigersprungschlucht (die tiefste Schlucht der Welt) noch gereizt – aber zum durchwandern fehlten uns einfach zwei Tage und so ganz ungefährlich ist das auch nicht.

So haben wir Rückreise nach Kunming angetreten. Also wieder einmal Bus fahren: Dieses Mal hatten wir aber einen richtigen, ordentlichen Bus, bei dem sogar wir Europäer die Beine unterbringen konnten.

Und auch sonst war die Fahrt deutlich entspannter als die Hinfahrt – ich habe direkt was von der wirklich wunderschönen Landschaft gesehen. Viele nette Dörfer mit bemalten Hauswänden, manchmal auch ganz alte, noch lehmverputzte Häuser. In den offenen Speichern der Häuser trocknete Wäsche, Mais und Tabak oder lagerte Holz. Ganz viele Reisfelder waren mit Flatterbändern und Vogelscheuchen versehen – das sah lustig aus.
Leider ist es mir zu spät eingefallen, dass Silja an den Kappen der ortsansässigen Minderheit (ich habe sie Mao-Kappen getauft) Spaß haben könnte: Auf dem Rasthof, an dem wir einen Zwischenstopp eingelegt haben, hat es leider keine mehr zu kaufen gegeben.

Schön war auch die Vorbeifahrt an den hohen Bergen, die ihre Gipfel aber immer noch in Wolken gehüllt hatten. Das Wasser hat tiefe Schluchten gegraben. Viele Steinbrüche an den Hängen zeigen, woher die viele Marmorblöcke kommen, die an den Schleifereien am Straßenrand lagern.

Am späten Nachmittag sind wir in Kunming angekommen und in die Rushhour geraten (ich mag die Stadt nicht …). Da ging gar nichts mehr, obwohl doppelstöckig 3-5spurig. Die Polizisten, die den Verkehr regelten, hatten zwar einen Mundschutz an, aber ich glaube nicht, dass die ungefilterten Abgase davon besonders abgehalten werden – kein besonders gesunder Job.
Und so viele abgewrackte Hochhäuser, alles grau, furchtbar viel Abfall (nein, ich mag sie nicht, diese Stadt …)
Am Busbahnhof wollte uns eine Taxifahrerin für ein Heidengeld zu unserem Hostel fahren: Da haben wir gestreikt. Es waren ja genug andere Taxis da: Und wir sind gleich von der nächsten angeschnackt worden. Und Jesko hat einen guten Preis ausgehandelt: Am Hostel angekommen, wollte sie glatt nochmal nachverhandeln – aber nicht mit Jesko! (Ich mag die Stadt wirklich nicht …)
Nachdem wir die Zimmer bezogen hatten, waren wir noch kurz unterwegs, um die hungrigen Mägen zu füllen. Noch ein Longdrink im Hostel und alle weiteren Fahrten und Übernachtungen organisiert, dann sind wir Ollen ins Bett und die Youngsters auf die Piste. In einem Club ist den beiden der Geldbeutel geklaut worden (erfreulicherweise war nichts wirklich wichtiges bzw. viel drin). Ich mag die Stadt nicht!!!