Warten auf den nächsten Bus

Heute wollten wir uns Maltas Osten anschauen. Nach dem Frühstück (eher so nach britischem Geschmack, aber ganz okay) sind wir mit dem Bus nach Valetta und wollten dort umsteigen in einen Bus Richtung Südosten. Nach einigem Warten kam er denn auch endlich – komplett nicht nach Plan, aber er kam. In Marsaxlokk sind wir direkt am Hafen ausgestiegen. Der Hafen war voll mit bunten Fischerbooten (mit Augen) und einigen superkleinen Schiffchen: Eines sah aus, wie ein zweckentfremdeter Sarg … Eigentlich sollte dort ein Fischmarkt sein, aber wir haben keinen gesehen – das war schade, denn da luschern wir ja zu gerne.
Mein Hut (der neue) ist nicht so ganz windfest: Den ganzen Tag mit der Hand auf dem Kopf herumlaufen? Och nöö. Also habe ich von meinem Badeanzug (dem neuen) , den wir dabei hatten, einen Träger abmontiert und an den Hut rangebastelt. Einen Schönheitspreis gewinne ich damit bestimmt nicht, aber gehalten hat das super!
Nun, nach dem etwas enttäuschenden Hafen sind wir losmarschiert, um über eine Halbinsel zu einem anderen Ort zu laufen. Dazu sind wir irgendwann auf einen Feldweg abgebogen. Nach kurzer Zeit haben wir zwei Männer auf einem kleinen Gebäude gesehen: Der eine hatte ein Gewehr in der Hand. Nachdem wir es bereits vorher schon hatten knallen hören, haben wir lieber gefragt, ob wir sicher weitergehen können (okay, wir haben kein Karnickelformat – aber ein Gewehr im Rücken zu wissen schafft leichte Unbehaglichkeit … Die Männer haben uns gefragt, wo wir hin wollen und dann nochmals kurz den Weg beschrieben – na gut, dann sind wir also weiter. An der Küste wieder angelangt hatte man einen schönen Blick. Die Felsen fallen dort steil ab, sind zum Teil ausgewaschen. Weiter folgten wir dem kaktusfeigen-gesäumten Pfad in Richtung des nächsten Ortes. An einem Feld haben wir in den Boden gesteckte Eisenstangen mit einer oben auf montierten Betonplatte entdekt. Auf zwei dieser Platten waren winzige Vogelkäfige mit kleine Vögeln drin. Auf Malta werden Vögel gefangen, aber wie das so gehen soll, ist mir nicht ganz klar. Jedenfalls ist den Maltesern wohl durchaus bewusst, dass das nicht so gut ankommt, denn ein Mann auf einem Feld hat das Fotografieren gleich untersagt.
In Marsaskala haben wir noch eine kleine Runde gedreht, aber das war nicht wirklich spannend. Dafür haben wir umso länger auf den Bus gewartet…
Der Kleinbus hat uns zu einer Ausgrabungsstätte gebracht. In einer Höhle (Ghardalam) hat man sehr viele Knochen von Elefanten, Wölfen, Flusspferden, Bären und Mäusen gefunden – diese Ansammlung hatte Ursache in eizeitlichen Wanderungen und Veränderungen. Das waren schon ordenliche viele Knochen, die sie da gefunden und in dem kleinen Musseum ausgestellt haben. Die Höhle selbst – nun ja – in dem Punkt sind wir etwas verwöhnt.
Mit dem nächsten Bus (joah, wir haben wieder ein bissel gewartet und uns schon gefragt, ob die eigentlich laut Fahrplan fahrenden Busse als „maltesische Tarnbusse“ unterwegs sind …
Auf dem Rückweg nach Valletta haben wir noch einen Zwischenstopp eingelegt: Tempelanlagen von Tarxien. Zu besichtigen ist der neolithische Tempelbereich. Das war ganz interessant und man bewundert immer wieder, wie so große Steinblöcke ohne modernes Gerät transportiert und platziert werden konnte. Und ebenso die Verzierungen an manchen Steinen – wie stand das so hübsch: „Sie haben nur einfache Werkzeuge gehabt – aber sehr viel Geduld und Ausdauer.“ Insbesondere die breithüftige Kolossalfigur (die andere Hälfte ist irgendwie abhanden gekommen) einer Magna Mater war schon toll anzusehen.
Mit dem nächsten Bus sind wir nach Valetta zurück. Wir haben nur eine kleine Runde gedreht und an einem Aussichtspunkt eine fantastischen Glick über die Stadt genossen: Wären da ein paar Minarette dazwischen, hätte man es fast für Istanbul halten können. Mit dem Wassertaxi sind wir nach Sliema und mit dem Bus zum Hotel zurück: Unsere Reiseleiterin hatte zur „Malta-Einführungsveranstaltung“ gebeten – äh ja ….
Nach kurzer Erfrischungspause sind wir dann noch ein einem maltesischen Restaurant eingekehrt: Muscheln, Schwertfisch und eine Art Roulade – alles gut.
Tagesfazit: Eigentlich eine Menge gesehen, aber irgendwie fehlte noch der Pfiff.