5. Tag – Nordostküste


Im Prinzip haben wird dort weitergemacht, wo wir gestern aufgehört haben: Ungefähr in der Mitte der Nordküste. Dieses Mal sollte es in Richtung Osten gehen.

Im Reiseführer stand ein Viehmarkt, bei dem es turbulent zugehen sollte. Das hörte sich spannend an – aber war echt tote Hose. Markt ja, aber sonst kein Highlight. Wir haben uns mit einem geteilten Zuckerkringel getröstet.

Okay, dann schauen wir uns halt eine Wassermühle an, die immer donnerstags noch Mais mahlt. Also rüber nach Ribeira Grande. Aber die Mühle hatte entgegen des Eingangsschildes geschlossen. Sapperlott, zweiter Flop heute schon!

Dann geben wir dem lokalen Museum eine Chance. Nun, es war ganz nett gemacht: Highlight waren kleine volkskundliche Szenen und Figürchen, die mit ganz einfachen Mitteln bewegt worden sind.

Wir haben noch eine kleine Runde durch den Ort gedreht, sind noch in einen kleinen Regenschauer geraten und haben uns ob der Gesamtsituation mit einem Chorizo-Brötchen getröstet. Lieber Tag, nun gib dir aber mal ein bisschen Mühe!

Statt auf der Schnellstrasse Richtung Osten zu fahren, haben wir die alte Inselstraße genommen. Kurve um Kurve sind wir durch die kleinen Küstendörfchen getingelt und haben die Miradouros, die Aussichtspunkte, abgeklappert. Ein „Volkssport“ der Azoreaner ist Picknicken. Überall auf der Insel findet man an hübschen Stellen Grills und Tische, wo man einfach eine schöne Zeit haben kann. Eigentlich eine tolle Sitte.

Auf den Azoren gedeiht eigentlich so ziemlich alles supergut: Auch Tee wird angebaut. Wir haben zwei Teefarmen besucht: Die erste war etwas netter als die andere. Ein kleiner Film informierte über den Teeanbau und anschließend durfte man noch probieren. Bei der zweiten Farm wurde gerade umgebaut und man konnte nicht viel sehen: Aber wir haben uns dort eine Empanada gegönnt. Auch gut.

Ein paar Küstenaussichtspunkte weiter sind wir in die Ribeira dos Caldeiros gefahren, einem Tal mit Wasserfällen und Wassermühlen. Neben den hübschen Wasserfällen blühten dort die Hortensien noch sehr üppig. Was eine Pracht und so megafette Blüten! Überhaupt sind die steilen Talhänge überwuchert ohne Ende: Das war fast Dschungelfeeling mit den Baumfarnen, Bambus und zig anderen Pflanzen.

Nach einem Kaffeepäuschen sind wir noch bis nach Nordeste gefahren: Wie der Name schon sagt, das Nordostende der der Insel. Was ein verschlafenes Städtchen: Außer einer Brücke und der Kirche ist dort nichts los – keine Ahnung, womit die Leute dort Geld verdienen.

Absolutes Inselende ist dann der Leuchtturm: Wir haben aber nur von oben auf ihn heruntergeschaut und auf den kleinen Fischerhafen – das war uns zu steil, um da herunter zu laufen.

Finito für heute, wir sind zurück, dieses Mal über die Schnellstraße. Nach kurzem Boxenstopp im Hotel waren wir noch essen. Ich stinke nun kräftig nach Knoblauch – aber das darf auch mal sein.