









Den Morgen konnten wir gemütlich angehen lassen: Wir wurden erst spät eingesammelt und zum Hafen gebracht. Und dort hatten wir nochmals Zeit: Die haben wir genutzt, und sind zu dem Anbieter für unseren morgiges Highlight gelaufen, um noch etwas zu klären. Sönke hatte es als Überraschung gebucht, aber ich habe es tatsächlich erraten. Und so habe ich jetzt megaviel Vorfreude auf morgen!!!
Zurück im Hafen sind wir dann zu unserem Tour-Guide gestoßen, der mit einer ganzen Gruppe aus Hanoi gekommen war. Alle zusammen sind wir dann aufs Boot. Kaum hatten wir abgelegt, gab es erst einmal Lunch. Sönke und mich hat es aber schnell aufs Oberdeck gezogen: Denn wir waren ja wegen der wunderschönen Landschaft gekommen.
Und die war wirklich beeindruckend: Die Karsthügel sind entstanden, weil Muschelkalk durch den Wasserdruck gepresst wurde. Dann hat sich der Meeresboden durch vulkanische Aktivität angehoben, so dass diese Kalkberge an die Oberfläche gekommen sind. So mega schön!
Unser erster Stopp war an einem dieser Berge mit drei Höhlen. Viele Stufen ging es bergauf und dann in die erste kleine Höhle. Durch eine zweite Höhle hindurch gelangten wir in eine wirklich riesige Höhle. Eine der größten, die ich gesehen habe – und das sind ja schon ein paar. Erfreulich, dass die Stalamiten und Stalagtiten nicht in Kitschfarben angestrahlt waren.
Dann ging es wieder zum Anleger. Es wollen dort so viele Schiffe anlegen, dass die Schiffe anlegen, die Leute ausladen, wieder ablegen, draußen ankern und dann das Manöver zum Aufnehmen der Leute wiederholen. Am Anleger spielen die echt Schiffsrugby, da wird gnadenlos gedrängelt. Ich bin zwiegespalten: Diese Sehenswürdigkeiten wollen natürlich viele gerne sehen und eigentlich macht es Sinn, sie auf großen Schiffen herumzufahren. Wenn es viele kleine Boote wären, wäre es noch schlimmer für die Umwelt. Aber ich bin einfach kein Fan von Menschenmassen.
Wir sind also weiter zu Stopp 2: Die Leute wurden auf kleine Ruderboote gepackt. Man konnte auch zu zweit ein Kajak nehmen. Aber ich habe gedacht, dass ich lieber die Hände frei habe für die Kamera. In Erwartung der Lourdes-Höhle. Die dann nur ein Höhlchen war, wenn ich großzügig bin. Eher eine Durchfahrt in einen See, umrahmt von den Karstbergen. Dort dümpelten wir etwas rum, die Chinesen auf den anderen Booten haben eine Gesangseinlage geliefert, der Ruderer hat den Showman gemimt und Fotos mit den Handys der Leute gemacht. Ein Kajak ist tatsächlich gekentert – viele, die keinen Plan hatten wie man Kajak fährt. In der engen Durchfahrt ein echtes Thema. Nun, Kajak fahren kann ich nun wirklich gut: Aber ich hätte mich sehr geärgert, wenn meine Kamera in so einem Chaos baden gegangen wäre. Fazit: Stopp 2 war eine Niete.
Nicht weit entfernt lag Stopp 3: Man hatte die Auswahl zwischen Baden gehen, auf einen Hügel kraxeln oder nichts machen. Wir haben uns für Treppen steigen entschieden, in der Hoffnung von oben einen tollen Ausblick zu haben. Viel Zeit hatten wir nicht: Aber nach gut 200 Stufen haben wir kapituliert. Die Hitze hat mir echt zu schaffen gemacht und mein Kopf war ein einziger roter Lampion. Jo, wir waren mal fitter …
Am Anleger ging das Schiffsrugby in eine weitere Runde: Uuuuuh, böses Foul! Ein Schiff ist voll in ein anderes gedonnert: Eine Scheibe wurde gründlich eingedrückt.
Auf unserem Schiff haben wir dann noch Früchte, Reiscracker und „Rotwein“ (besser: rotes vietnamesisches Likör-Zuckerwasser) bei hämmernder Discomusik kredenzt bekommen: Sunset-Party! Und asiatische Touristen lieben offenbar Massenveranstaltungen mehr als wir…
Aber als dann irgendwann die Musik aufhörte und die Sonne hinter den Hügeln unterging, haben wir es sehr genossen.
Was ich aber, neben der spektakulären Landschaft mitnehme, ist, dass es schon sehr nett ist, auch kleine internationale Begegnungen zu haben: Wir haben uns sehr gut mit einem in Singapurer (T-Shirt: CEO – Competent Entrepreneur Online) und einem indischen Paar unterhalten. Ja, das ist zwar nur Smalltalk, aber dennoch hat man gemeinsame Erlebnisse und hat miteinander das eine oder andere Mal gelacht.
Ich freue mich einmal mehr auf morgen und bin schon etwas aufgeregt.
Übrigens: Der Taifun Trami dreht noch weiter nach Süden ab. Gut so: von dem werden wir also zum Glück nichts merken…