Mit Kaffee schmeckt so ein Frühstück doch einfach besser und wenn dann noch ein Spiegelei dazu kommt, dann ist das ein richtig guter Start in den Tag.
Von der Mitte Sal Reis sind wir an die Westküste gegangen, entlang an neu entstehenden Hotels und Apartmenthäusern: In ein paar Jahren wird die alte Saline komplett mit einem Hotelbunker bebaut sein und vermutlich werden die daran anschließenden „barracas“ dann auch weichen müssen.
Wir haben die nordwestliche Halbinsel links liegen lassen und sind eine Straße Richtung Nordküste gelaufen, die laut Reiseführer erst durch eine Müllhalde führen sollte: Aber hier ist entweder den neuen Hotelbauten, dem neuen Naturschutzgebiet oder den drei Windkraftanlagen Tribut gezollt worden und offensichtlich mit dem Bagger aufgeräumt worden. Nun präsentiert sich die Landschaft als ziemlich öde: Aber wenn man genau hinschaut, gibt es auch da wieder einiges zu entdecken. Die gelbe Spargelblume hat sich hier schon breit gemacht, die wilden Esel nutzen das Gebiet und kleine Vögel. Die waren Klasse: Dreimal wild gefiept, dann Sturzflug, so dass man dachte „Ej Junge, Vorsicht, das gibt gleich Kopfschmerzen!“, aber kurz vor dem Erdboden in waagrechte Fluglage gewechselt, als ob unter dem Radar durchgeflogen werden müsste …
Schließlich gelangten wir an die Nordküste: Ordentlich Wellen donnerten über die vorgelagerten Riffe – sieht toll aus, aber baden sollte man dort tunlichst nicht.
Am Strand trafen wir einen Österreicher, der auf der Insel überwintert und am Angeln war. Wir fragten ihn, auf was er denn angle: „Katzenhai“, war die Antwort. Er habe vor Kurzem einen gesehen und wolle nun sein Glück versuchen. Wir waren schon am weiterlaufen, da hat er tatsächlich was geangelt – allerdings einen kleineren Fisch. Was das für einer war, weiß ich nicht, aber er sah ein wenig nach einer Skalarart aus.
Weiter stapften wir den Strand entlang: Von Juli bis Dezember kann man das nicht so einfach, denn der Bereich ist gesperrt. Die unechte Karettschildkröte legt ihre Eier in den Sand. Und da diese Art bedroht ist, wird der Abschnitt gesperrt.
Wir freuten uns über die Krabben: Manche, vermutlich noch junge Krabben, waren fast durchsichtig und nicht besonders mutig – ratzfatz waren sie in ihren Löchern verschwunden. Gut, nicht ohne Grund: Die Strandläufer waren auch unterwegs … Ein paar größere Krabben allerdings haben sich fast wie Models benommen: Schön haben sie sich präsentiert und sich erst dann zurückgezogen, wenn man sie mit dem Objektiv fast berührt hat.
Und dann das Highlight: Ein Wrack. 1968 gestrandet, liegt es seitdem in der Brandung der Costa de Boa Esperanca. Auf älteren Bildern konnte man den Bug noch sehen: Heute ist er schon fast abgetragen. Die Ladung wurde mittels Winden geborgen: Eine dieser Winden liegt noch am Strand. Überhaupt liegen an dieser Küste viele Wracks: Einmal durch Strömungen bedingt, durch die Riffe und angeblich starke erdmagnetische Felder haben einige Schiffe Schiffbruch erlitten. Man munkelt allerdings auch, dass die Bevölkerung durch das eine oder andere „Leuchtfeuer“nachgeholfen habe.
Wir haben den Rückweg eingeschlagen durch die Dünen, also Richtung Süden ins Inselinnere. Große Dünen mit niedrigem Bewuchs ziehen weit ins Landesinnere: Eine Oase, die wir durchquerten, wird dazu genutzt, den einheimischen Palmenbestand mit Hilfe von Fördergeldern der EU zu schützen.
Unglücklicherweise habe ich mir an einem Stein den Zeh aufgeritzt, ich Dussel, aber mit einem in Pflaster verpackten großen Onkel brauchte ich Sönkes großherziges Angebot, mich zu tragen, nicht anzunehmen. Ein weiterer kleinerer Kollateralschaden an meinen Füßen …
Kurzer Boxenstopp: Fuß sauber machen und ordentlich verarzten, Geld und Kekse holen, Kameraakku aufladen.
Mit einem Taxi (also Aluguer ohne Mitfahrer) habe wir uns auf eine ca. 50 Kilometer lange Tour in den Süden der Insel gemacht. Zuerst sind wir über die Ribeira Grande (hier eine Brackwasser-Lagune) der Kapverden nach Rabil gefahren: Hübsche bunte Häuser, dieser Ort hat noch Charme. Weiter zum Deserto de Viana: Richtig große Sanddünen – hat auch Sönke zugegeben. Sylt ist dagegen wie der Bungsberg zum Schwarzwald. Da wäre ich gerne noch etwas länger geblieben, aber wir wollten unsere Tour vor Sonnenuntergang schaffen. Über Schotterstraße erreichten wir Povacao Vehla, danach ging es über steinige, sehr holprige Piste (nein, das hätte ich unseren Autos nicht zumuten wollen) zum Praia de Sta. Monica: Ewig langer und breiter Sandstrand – wären da nicht tückische Unterströmungen, wäre es ein perfekter Badestrand. Menschenleer, aber wir waren auch spät dran.
An einem Touristen-Ghetto vorbei (kurzzeitig geteerte Straße …) ging es wieder auf Piste durch das öde, öde Land. Ziegen und Esel und ein paar Vögel sind die Einzigen, die etwas Leben zeigen. Wo es noch etwas Wasser gibt, wachsen Palmen: Kleine Oasen.
Dann noch ein Stopp beim ältesten Baum der Insel: Die Früchte kann man auch essen, aber sooo gut fand ich die jetzt nicht. Noch ein paar Aufnahmen der großen Basaltfelsen im Gegenlicht – dann war der Fototag mit über 200 Aufnahmen beendet.
P.S Am Schrank habe ich mir den Zeh angehauen: Ich habe auch einen anderen genommen – noch ein Pflaster mehr ….




















Hey Ihr 2,
ich komme erst jetzt zum Nachlesen, weil ich irgendwie den Link zu tief im Postkorb vergraben hatte.
Die Kapverden scheinen echt toll zu sein und auch cool, dass Ihr Euch kulturtechnisch so unters Volk mischt.
Ganz viel Spaß noch und keinen zu dollen Kulturschock, wenn Ihr wieder heim kommt 🙂
Viele Grüße
Tabitha