Das Wetter spielte wieder wunderbar mit – erster positiver Harmoniefaktor des Tages. Die Metro war einmal mehr Transportmittel unserer Wahl und brachte uns zu einem Vorort von Taipeh, an dem es heiße Quellen gibt. Erst sind wir durch einen schönen Park geschlendert. Ein hübscher Schmetterling empfing wohl unsere positiven Schwingungen und ließ sich parademäßig fotografieren. Als wir weitergingen, sahen wir eine Gruppe von Leuten, die im Park Tai-Chi-Übungen absolvierten. Sie bewegten sich so fließend und elegant: Auch ganz alte Leute waren darunter, die genauso beweglich und konzentriert mitmachten. Als sie mit ihrer Kata fertig waren, haben einige Frauen mit Schwertern eine Kata begonnen: Auch das sah unglaublich harmonisch aus.
Wir erreichten das Thermal Valley: Es gibt mehrere heiße Quellen, die von Hotels genutzt werden. Und einen kleinen See, der ordentlich nach Schwefel riecht. Den Dampfschwaden, die vom leichten Wind durcheinander gewirbelt wurden, haben wir eine ganze Weile zugesehen – das hatte etwas sehr Beruhigendes.
Wir drehten um, denn wir wollten auch in einer heißen Quelle baden: In der Mitte des Ortes gibt es eine öffentliche Badequelle. Wir mussten am Eingang unsere Badekleidung vorzeigen und sie wurde genehmigt. Ich wurde auch gleich darauf hingewiesen, meine Haare vom Pferdeschwanz zum Düdel hochzubinden. Wir stiegen die Treppe hinab und gleich zeigte uns eine Frau, wo wir uns umziehen konnten. Dann haben wir uns gründlich abgeduscht: Da das Wasser nicht gechlort ist, wird darauf viel Wert gelegt. Und bevor man in ein Becken steigt, nimmt man eine Schüssel mit Wasser aus dem Becken und spült die Füße nochmals ab.
Es gab neben zwei Becken mit kaltem Wasser mehrere mit heißem Wasser: Wir sind zuerst in ein Becken mit rund 42°C. Länger als 15 Minuten soll man nicht drinbleiben: So lange habe ich es aber gar nicht darin ausgehalten. Abduschen und dann 2-3 Minuten ins kalte Wasser, so wurde uns von einem anderen Badegast empfohlen. Und Vorsicht mit den Becken mit noch heißerem Wasser. Sönke hat ein heißeres Becken ausprobiert, aber Kirsten und mir hat das gereicht. Man merkt es kreislauftechnisch ganz gut und unsere Arme und Beine hatten etwas von gekochtem Hummer… Uns hat es genügt und ohnehin musste das Bad verlassen werden, damit es gereinigt werden konnte. Das geschieht mehrmals am Tag.
Wohlig entspannt sind wir weitergezogen und haben ein Bädermuseum angeschaut. Ein altes japanisches Badehaus ist restauriert worden und beherbergt nun die Entwicklungsgeschichte der heißen Quellen und deren Nutzung.
Als kleine Stärkung haben wir uns einen Schokoladenkuchen gekauft: Ein ganz luftiger softer Teig war das – erst dachten wir an Biskuit, aber die Porung war viel feiner und die Konsistenz viel weicher.
Wieder am Bahnhof haben wir den alten Bahnhof entdeckt, der auch wieder hergerichtet worden war. Darin wurden auch die Holzverbindungen der japanischen Bauweise gezeigt: Nägel und Schrauben werden nicht verwendet und doch sind die Verbindungen stabil. Mich hat das total fasziniert.
Die Metro brachte uns wieder in die Stadt: Wir haben die Linie gewechselt und sind in eine führerlose Bahn gestiegen. Ganz vorne saßen wir: Das war schon irgendwie cool. Am Zoo war Endstation: Der Zoo interessierte uns nicht, wohl aber die Gondelbahn, die insgesamt über 4 Kilometer über die umliegenden, dicht bewachsenen Hügel geht.
Mit dabei eine 90 Grad Kurve: Das habe ich noch nie gesehen. Wir sind zur vierten, letzten und höchsten Station: Aber von da aus war der Bick über die Stadt nicht so dolle, daher sind wir wieder zur dritten Station zurück. Schnell haben wir die Aussichtsplattform gestürmt, um das Sonnenuntergangslicht noch nutzen zu können. Der Blick auf die Stadt und den Taipei 101 war klasse!
Gondel, Metro, kurzer Fußmarsch, schnell die Badesachen aufhängen und wieder los: Wir haben noch kein Austern-Omelette gegessen, quasi ein Muss. Okay, abgehakt (eine detaillierte Analyse: man nehme ein par gekochte Austern ohne das knusprige drumrum, lege ein wenig Eisbergsalat darauf, bedecke alles mit ziemlich weichgekochten Glasnudeln und lege ein Omelette obendrauf. Dazu noch mit ordentlich Ketchup begießen – und fertig. So ähnlich schmeckt es auch…). Wir haben noch einen aus Draht sehr kunstvoll gebogenen Drachen erstanden: Drachen haben uns die ganze Reise begleitet – also ein schönes und passendes Mitbringsel. Ich hoffe, dass ich ihn heil nach Hause bringe.
Mit einem einem leckeren Eis haben wir diesen harmonischen Ausflugstag beschlossen. Sönke hat uns bereits für die Flüge eingescheckt, aber wir haben morgen noch einen vollen Tag Programm vor uns – den werden wir noch sehr genießen!








