Unser letztes Frühstück in Trinidad haben wir einmal mehr genossen. Wir hatten Zeit, denn das Taxi sollte uns erst zur Mittagszeit abholen. So haben wir gemütlich unseren Schriftkram erledigt, den Blogeintrag ins Web gestellt, die Rucksäcke gepackt. In einem Restaurant haben wir noch ein paar Fischkroketten zum Mitnehmen gekauft: Während wir schnabulierend über den Touristenmarkt (alle Scheußlichkeiten, die die Welt nicht braucht) zu unserem Casa zurückliefen, rief uns eine Marktfrau zu „Oh, sie hätte auch Hunger!“. Sönke hat ihr seine letzte Krokette angeboten, die sie gerne genommen hat. Und auch meine zwei letzten Kroketten waren rasch an zwei weitere Frauen verteilt. Auf dem Weg in unser Casa haben wir noch ein paar Eidechsen mit Ringelschwanz aufgestöbert.
Endlich kam der Fahrer und wir sind mit einem österreichischen Pärchen in einen reichlich grünen Oldtimer gestiegen. Kurz bevor die beiden Österreicher an ihrem Ziel waren, fuhr unser Taxifahrer auf die Gegenfahrbahn neben ein anderes Taxi und die beiden unterhielten sich bei laufender Fahrt. Ergebnis der Unterhaltung war, dass der andere Taxifahrer uns weiter mitnehmen sollte, weil er ohnehin Richtung Havanna fuhr. Für unseren Fahrer wäre die Fahrt recht lang geworden. Also haben wir das Gepäck bei einem Stopp umgeladen und haben uns zu dem Fahrgast in das neue Taxi gesellt: Eine kubanische Frau saß bereits darin.
Auf einmal bremste unser Fahrer und hielt am Straßenrand: Ein junger Mann, der an einer Haltestelle gegenüber gehockt hatte, kam herüber und die beiden unerhielten sich kurz. Der Fahrer fragte uns, ob er kurz irgendwas für zwei Minuten machen könnte und wir haben natürlich genickt. So bogen wir in einen eng bewachsenen Feldweg ein und der junge Mann folgte uns, stieg über einen Stacheldrahtzaun und hievte zwei dicke Kanister aus dem Gebüsch über den Zaun. Hinter einem Baum langte er einen Trichter hervor. Währenddessen hatte unser Fahrer die Heckklappe geöffnet und einen Schlauch rausgekramt. Dann wurde „unter der Hand“ getankt …
Der Kubanerin war es ein wenig peinlich, dass das vor unseren ausländischen Augen geschah, aber wir haben uns dennoch ganz nett unterhalten. Leider hatten die beiden Jungs etwas mit Diesel gepütschert, so dass ich auf der Weiterfahrt meine Nase sehr gerne ans offene Fenster gehalten habe.
Irgendwann sind wir an der Küste in Playa Girón angekommen und sind einmal mehr sehr herzlich empfangen worden. Bei einem Fruchtsaft erklärte uns die Wirtin, was wir hier alles anstellen können. Und das Wichtigste: Kein Internethotspot – nur Ferien!
Ein kleiner Gang Richtung Strand hat uns die nötige Bewegung verschafft, um das Abendessen noch mehr genießen zu können: Tintenfisch hatten wir gewählt und dazu gab es Yuca, Reis und Salat. Zwar haben wir heute nicht wirklich viel aktiv gemacht, aber irgendwie hat es doch geschlaucht. Also Feierabend.


