13. Tag: Basalt und Sand

Heute morgen waren wir beim TACV und wollten unsere bereits in Ribeira Grande reservierten Flugtickets (die Geschichte mit den ncht funktionierenden Bankautomaten…) bezahlen: Aber die haben erst morgen auf. Hoffentlich klappt das: Wenn nicht, dann fahren wir halt mit der Fähre. Übermorgen ist unser Reisetag nach Fogo geplant.
Mit einem Taxi sind wir nach Baia das Gatas, ca. 15 km von hier an die Küste gefahren. Dieser Ort wird gerne als Badestelle besucht, da die Bucht etwas geschützt und flach ist: Ansonsten wird hier vom Baden dringend abgeraten – zu stark sind die Strömungen.
Im Sommer findet dort ein großes Musikfestival statt: Aber jetzt war es völlig ruhig.
Auf einem Weg sind wir immer entlang der Küste gelaufen und haben alle naselang etwas Neues entdeckt.
Basaltblöcke, Lavabrocken, „versteinerter“ Sand, ausgetrocknete Matschböden: Ein Traum fürs Fotografieren von Texturen. Dazwischen Pflanzen, die mit ihrem Grün im Kontrast zu den schwarzen Lavabrocken standen. Ein paar Fischerboote schaukelten vor der Küste. Immer wieder hörte man es klopfen: Männer haben Steine aus dem Steinfeld herausgeschlagen, um sie für den Bau zu verwenden – was Arbeit.
Wir haben Frauen getroffen, die direkt am Wasser die Steine umdrehten: Sie haben uns gerne ihre Beute an Wasserschnecken gezeigt.
Schließlich erreichten wir den kleinen Ort Salamansa. Um auf den Wanderweg nach Mindelo zu kommen, musste wir den Ort durchqueren. Da war was los: Kinder spielten auf der Straße, ein paar Alte saßen vor ihren Häusern und viele Frauen standen gerade an der Wasserstelle des Ortes. Kanister mit Namen versehen, standen zum Befüllen bereit. Eine Frau hat einen mit Wasser gefüllte Eimer auf dem Kopf nach Hause getragen: Ohne etwas zu Verschwappen natürlich und das bei den Straßen und Wegen – nur die Hauptstraße war gepflastert, alle anderen Wege des Dorfes im „Naturzustand“. Zu gerne hätte ich die bunte Szene am Dorfbrunnen fotografiert – aber ich habe mich nicht getraut. Sönke hat es mit seiner Handy quasi aus der Hüfte geschossen. Am Ende des Dorfes wussten wir nicht recht weiter und Sönke hat ein paar Männer gefragt. Einer der Männer pfiff einen Jungen herbei und gab ihm den Auftrag, uns zu dem Weg zu führen. Etwas verlegen hat der Junge noch seinen Kumpel mitgenommen und uns durch die Gassen auf den rechten Weg gebracht. Das sind dort schon echt ärmlichste Lebensverhältnisse, aber wir sind überall sehr freundlich gegrüßt worden.
Der Wanderweg führte hoch zu einem Bergkamm, den wir übersteigen mussten, um wieder nach Mindelo zu gelangen, entlang eines Tales. Am Fuß des Tales war durch den Wind schon eine riesige Düne aufgeweht worden: Und diese Düne zog sich bis hinauf zu dem „Pass“ des Bergkamms. Was ungeheurer Wind durch die Düsenwirkung des Tales! Das war so recht nach Sönkes Geschmack!
Auf der anderen Seite hatte man einen wunderbaren Blick auf Mindelo. Hatte ich eigentlich schon erzählt, dass der Hafen ein eingestürzter Vulkan ist, dessen Caldeira unter Wasser liegt? Der Hafen ist so tief, dass auch größere Schiffe einfahren können. Der Hafen hat eine sehr wechselvolle Geschichte mit den verschiedensten Herren. Vom Sklaven- bis Kohlehandel ist schon alles gelaufen.
Durch das Straßengewirr der Vorstadt haben wir unser Domizil dennoch gut gefunden: Hat auch gereicht für heute – war eine schöne Tour.
Auf dem Weg zum Internetcafé haben wir noch etwas Nettes erlebt: Auf einem Platz, auf dem die Männer immer Karten spielen, haben sich 2 Gitarren- und 2 Ukulele-Spieler und diverse ältere Herren zum Musik machen getroffen: Live-Kapoverde-Jam-Session – klasse!
Nachtrag noch zu gestern: Gestern abend sind wir noch in das Restaurant unseres Hotels gegangen, um einen Schlummertrunk zu nehmen. Unsere Dona hat uns gleich entdeckt und sich mit uns unterhalten. Und nochmals ausdrücklich gesagt, dass wir am morgigen Tag ihre Gäste seien – und die Martinis gingen auch noch aufs Haus. Wir haben dann überlegt, dass wir ihr gerne eine kleine Freude machen wollten. Blumen – kam uns gleich in den Sinn. Aber dann habe ich Sönke gefragt, ob er überhaupt schon einen Blumenladen entdeckt hätte. Er sagte, dass ja, aber nicht in Mindelo. Da ist uns bewusst geworden, was es für ein Riesenluxus ist, so viel Wasser zu haben, dass auch Blumen angebaut werden können und nicht jedes Tröpfchen für Gemüse- oder Obstanbau genutzt werden muss.

3 Kommentare zu „13. Tag: Basalt und Sand“

  1. Hi Elke, hi Söni!

    Kapverden „live“ erleben erzeugt schon fernweh. Hab seit gestern – die Kollegen haben mich in Hannover auf Euren Blog aufmerksam gemacht – reingeschaut. Jetzt noch eine Karte der Kapverden ausgedruckt und ich verfolge Eure Reise auf dem Schreibtisch mit. Lasst es Euch gut gehen.
    LG Frank

  2. Ihr Lieben!
    Danke für die schönen Berichte.als Reisefan kann ich gar nicht genug lesen, weil ihr wirklich „mittendrin“ dabei seid.
    dirk

  3. Hallo Ihr zwei,

    danke das wir dabei sein dürfen. Tolle Boden/ Gesteins/ Pflanzenformationen. Ich bin total begeistert.

    Viele Grüße

    Ingo

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