In unserem Reiseführer hatten wir von einem weiteren Kunstprojekt im Süden der Stadt gelesen – das wollten wir uns anschauen. Also: nach dem Frühstück los zur Plaza de la Fraternidad, wo viele Busse abfahren. Nach kurzer Zeit hatten wir den richtigen Bus gefunden. Schon beim Einsteigen hat uns ein Mann angesprochen und uns dann an der richtigen Haltestelle wieder Bescheid gesagt. Überhaupt, die Leute hier sind ausgesprochen freundlich und hilfsbereit! Cuba ist wohl eines der sichersten Reiseländer auf der Welt.
Im Stadteil Luyano angekommen, haben wir die Straße schnell gefunden und wurden vom Meister selbst begrüßt und herumgeführt. Aus Platzmangel hat er 2001 bei der Stadt angefragt, ob er mit seinen Kollegen einen alten Wasserturm, der inzwischen als Mülldeponie missbraucht wurde, als „Atelier“ nutzen könne. Die haben wohl erst den Kopf geschüttelt über die verrückten Künstler, hatten so aber eine wilde Müllkippe weniger am Hals. Nach 4 Wochen Müllschippen konnte die Arbeit beginnen. Neben den künstlerischen Aktivitäten mussten sie natürlich reparieren, bauen, renovieren. Heute kommen behinderte Kinder aus 2 Schulen nachmittags hierher, um zu malen, zu musizieren und zu werkeln. Die Nachbarn machen mit, und so sind schon die ersten Straßen rund um den Wasserturm ebenfalls mit vielen Kunstwerken versehen. Und weil sie ja auch alle gelernt haben, wie man kaputte Häuser repariert, helfen sie ständig in der Nachbarschaft auch als Handwerker aus. Nicht zuletzt deswegen wurden sie im letzten Jahr für Ihre Arbeit für die Gemeinschaft ausgezeichnet. Ein tolles Projekt…
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