Cruzinha de Garca heißt der Ausgangspunkt unserer heutigen Tour: Antonio, zum dritten Mal Fahrer für uns, brachte uns über die Ribeira Grande (das Tal) nach oben über den Pass und dann die Ribeira de Garca wieder hinunter. Die Straße führte mehrfach über ausgetrocknete Flußbetten. Arbeiter sortieren und sieben in mühsamer Arbeit (Schaufel, Schubkarre und ein Metallsieb) Sand und Steine aus dem Geröll der Flußbetten: Baumaterial – insbesondere der Sand.
Der Straßenbelag wechselte von gepflastert zu neu asphaltiert, um abrupt in eine Schotterpiste zu münden. In abenteuerlichen Kurven ruckelte der Toyota runter in ein Bachbett, auf der anderen Seite wieder hoch und da waren wir.
Rucksäcke auf den Rücken gepackt und los. Vorbei an von Sand ummantelten Ästen und Wurzeln, sandigen Hügeln, von Sand und Wind streifig erodiert.
Mit freundlicher Wegweisung eines Einheimischen haben wir den Einstieg in den Küstenweg gut gefunden. Und für den sollte man durchaus schwindelfrei sein. Eng an die fast senkrecht abfallenden Felsen gepresst oder sogar aus dem Felsen ausgehauen, führte der Pfad in einiger Höhe über den sich in der Tiefe brechenden Wellen. Zum Teil war der Weg mit seitlichen Mauern befestigt: Mit unglaublicher Mühe sind diese Trockenmauern aufgeschichtet worden und ich ziehe wirklich meinen Hut davor, mit welcher Kunstfertigkeit und unter welchen Schwierigkeiten das gebaut worden ist.
Von einer Schlucht zur nächsten führte der Weg bergauf, bergab: Wir empfanden das als deutlich angenehmer, als nur bergab wie zwei Tage zuvor – obwohl wir auch bei dieser Tour gut ins Schwitzen gekommen sind.
Faszinierend waren die verschiedenen vulkanischen Schichten, ausgewaschen von Regen und abgetragen vom Wind. In einer Schlucht sind durch runde Auswaschungen kleine Becken entstanden, gefüllt mit Wasser.
In einem kleinen Dorf legten wir eine kurze Rast ein – wie auch ein Trupp Franzosen. Die wurden allerdings von ihrem Wanderführer weitergeschleust zu einem Imbiss mit authentischem Essen: So recht recht mochte aber ob der gekochten Hühnermägen keine rechte Freude aufkommen . Mit einem fröhlichen „bon appetit“ zogen wir an ihnen vorbei und ernteten ein leicht verzweifeltes Lächeln …
Punta do Sol, unser Ziel, schien schon recht nah: Noch 2 Stunden Wanderzeit? Aber die reine Sicht täuschte – jetzt wurde es erst richtig anstrengend, denn der Pfad hielt noch stärkere Anstiege und heftigere Abstiege für uns bereit: Hätten wir den Weg anders herum gemacht – ich glaube, wir wären umgekehrt. Aber durch diese irren Ausblicke sind wir absolut belohnt worden! Und erst konnten wir es kaum glauben: Aber es begann tatsächlich zu tröpfeln, was die Steine leicht rutschig machte. Es regnete aber nicht lange und nicht doll.
In der einen oder anderen Schlucht ist wieder terrassierter Ackerbau betrieben und fast jede Pfütze mit Yams bepflanzt worden. Kleine Häuseransammlungen waren an Stellen gebaut, bei denen ich in ständiger Furcht vor Abrutsch oder Steinschlag wäre.
Die Schulkinder kamen uns auf ihrem Heimweg entgegen: Mittag war also schon wieder durch. Was die Kinder laufen müssen: Deutschen Schulkindern geht es diesbezüglich richtig gut, das wird einem bei solchen Gelegenheiten richtig bewusst.
Kurz nach Punta do Sol hat uns ein Aluguer aufgelesen und uns zurück nach Cidade de Ribeira Grande gebracht.














