3. Tag: Salz

03.01.2014
Sal heißt Salz. Dem Namensursprung dieser Insel wollten wir heute auf den Grund gehen. Nach dem Frühstück (zum ersten Mal haben wir das Nationalgericht Cachupa gegessen: Polenta, Süßkartoffel, Gemüse, weiße Bohnen, Kochbanane) sind wir losgezogen und nach Aufstockens unseres Wasservorrats an die Aluguer- und Taxisammelstelle gelaufen: Aber Aluguers fahren nur die Hauptstrecken und nicht die Touristenattraktionen an, so dass wir nur ein Taxi hätten nehmen können. Aber die Jungs hatten etwas doll überhöhte Preise (10 Euro für 5 Kilometer? Nö!), so haben wir Schusters Rappen bemüht und sind losgelaufen zu den Salinen bei Pedra de Lume. Auf Viertelsstrecke hat ein Taxi neben uns gehalten: Das haben wir zu einem OK-Preis genommen und sind zu den Salinen gefahren worden.
Wir haben es einmal mehr geschafft, vor den Touristenströmen da zu sein: Wir hatten den Krater ganz für uns allein.
Richtig: Krater. Die Salinen liegen mitten in einem Vulkankrater. Das Meerwasser drückt es von unten durch das Vulkangestein und bildet auf dem Grund des Kraters eine natürliche Saline. Früher war diese genutzt worden, um insbesondere die Seefahrer nach Übersee mit kostbarem Salz zu versorgen. Um das in den Salinen gewonnene Salz abzutransportieren, wurde eine Seilbahn zum Meer gebaut: Davon sieht man allerdings nur noch die verwitterten Holzmasten.
Wir sind einmal im Krater um die Salinen herumgelaufen. An den Rändern wächst Queller, den wir auch an unseren Küsten haben. Überall glitzerten die Salzkristalle: Jede Pfütze hatte dicke Salzränder. An zwei Stellen hat es stark schweflig gerochen – also scheint es doch noch einen leichten vulkanischen Aktivitätsüberrest zu geben.
Den Ausgangspunkt haben wir gleichzeitig mit den ersten Touristen erreicht, die sich gleich in ein zum Baden freigegebenes Salinenbecken gestürzt haben. Das Salz ist dort so konzentriert, dass man auf dem Wasser treibt ohne Schwimmbewegungen (das kennen wir ja z. B. schon vom chinesischen Schlammbaden – siehe dort …). Sönke ist auch hineingestiegen: Allerdings nur kurz, da er aus Versehen eine ordentliche Nasenspülung erhalten hat. Nach einer Dusche sind wir wieder losgezockelt und den Seilbahnpfosten ans Meer hinunter gefolgt: Dort steht ziemlich verfallen die ebenfalls aus Holz gebaute Seilbahnstation, von der aus das Salz verladen worden ist.
Im kleinen Hafen schaukelten kleine bunte Fischerboote: Fischfang ist auch die Haupteinnahmequelle der (wenigen) Menschen von Pedra de Lume. Von einem Mann haben wir einen Salzkristall geschenkt bekommen: Während Sönke sich von dem Mann volltexten ließ, habe ich meine Fotos gemacht. Dann haben wir den Rückweg angetreten: Auf Hälfte der Strecke (schnurgeradeaus) hat uns ein Taxi eingeholt und wir haben es angesichts des Sonnenbrandes auf Sönkes Armen doch gerne genommen. Ich bin wirklich froh, dass ich meine langärmelige Bluse anhatte (wie gestern auch): So bin ich von Sonnenbrand weitestgehend verschont geblieben.
Gestern haben wir endlich Internet organisieren können und die ersten beiden Berichte hochgespielt, aber leider konnte ich ob der schlechten Verbindung noch keine Lösung für mein Problem mit der Bildübertragung finden. Heute hat Sönke ein paar Bilder mit dem Handy gemacht und das konnten wir via Bluetooth aufs Tablet übertragen (via USB-Verbindung hat auch nicht geklappt): Dann können wir wenigstens ein paar Bilder einstellen – auch wenn mein Fotografenherz mit dieser Lösung kein bisschen zufrieden ist.
Nach kurzer Pause wollte Sönke noch unbedingt in den Süden nach Santa Maria: Touristen gucken. Na gut, denn: Zum Aluguer-Platz gegangen, eingestiegen und los ging es: Die Aluguers sind deutlich günstiger als normale Taxis. Die Strecke nach Santa Maria beträgt ca. 15 km und kostet gerade mal einen Euro pro Person. Der Umrechnungskurs ist übrigens ungefähr 100 Escudos : 1 Euro – praktisch. Und sehen sich ziemlich ähnlich. Euros werden ohnehin auch gerne genommen. In Santa Maria sind wir vom alten Hafen zum neuen Hafen gelaufen. Ein Apartment-Hotel nach dem anderen, zum Teil ganz nett gemacht – für Leute die Strandurlaub mögen … Am neuen Fischerhafen haben wir tatsächlich ein paar Fischverkäufer gesehen, die ihre Ware direkt „vom Steg“ verkaufen. Zurück durch eine obligatorische Verkaufsstraße mit afrikanischen Schnitzereien, T-Shirts, Zigaretten und Sonnenbrillen haben wir wieder ein Aluguer gefunden – oder das Aluguer vielmehr uns … – das uns nach Espargos zurückgebracht hat. Irgendwie war ich froh darum – das ist nicht meine Welt … Ich freue mich jetzt richtig auf unseren morgigen Weiterflug nach Sao Vicente, dann mit der Fähre nach Santo Antao: Das wird eine ganz andere Inselwelt sein.

Ein Kommentar zu „3. Tag: Salz“

  1. Hallo Ihr beiden,

    das mit den Fotos ist zwar schade, dafür ist der ausführliche Text aber klasse und man kann sich bestimmte Situationen gut vorstellen. Offenbar mal was ganz Anderes. Und viel Fußweg. Nicht schlecht bei dem Wetter. Wir begleiten Euch virtuell mit Sicherheit weiterhin und freuen uns auf weitere Taten Eurerseits. Genießt die Zeit und seid herzlich gegrüßt.

    Karin und Ingo

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