Heute fuhr der Zug also und wir waren auch rechtzeitig da, um Tickets zu ergattern. Während Sönke für die Tickets anstand, bin ich zu drei alten Dampfloks gelaufen, die da vor sich hinrosten. Zwei Männer waren auf einer der Loks und winkten mich zu sich hoch: Tja, und da stand ich sozusagen an alter Wirkungsstätte meines Opas. Die beiden alten Herrn freuten sich darüber, als ich ihnen das mit meinem quasi nichtvorhandenen Spanisch geradebrecht habe. Nach ein paar Fotos und einer Umarmung bin ich dann wieder runtergeturnt und zu Sönke ins Fahrkartenhäuschen.
Als der Zug dann kam, stürmten die Touristen den Zug, noch bevor er wirklich stand: Eine Diesellok mit zwei offenen Wagen. Der Zug war recht voll und nicht alle haben einen Sitzplatz bekommen. Nun, irgedwann zockelte er los: Durch die Stadt, durch einen Minitunnel, über eine Brücke, durch viele Felder mit Zuckerrohr und Bananen.
Erster Halt war Manacas Iznaga mit 45 Minuten Aufenthalt: Einzige Attraktion war ein Turm mit trauriger Geschichte. Die zwei Söhne eines Zuckerbarons hatten eine schwarze Sklavin als Preis ausgesetzt, die derjenige der Brüder erhalten sollte, der entweder höher bauen oder tiefer graben sollte. Es ging zwar unentschieden aus, dafür wurder der Turm aber dafür genutzt, um schnell die Hunde loshetzen zu können, wenn Sklaven geflohen waren. Und ich fürchte, die Frau ist auch nicht wirklich in Ruhe gelassen worden. An der Zuckerindustrie der damaligen Zeit klebt viel Blut.
Wir sind recht schnell in den Zug zurückgekehrt, da uns die ganzen blöden Verkaufsstände genervt haben. Deutlich leerer ging die Fahrt weiter in eine verfallene Zuckerfabrik. Zwar gab es ein Museum mit den alten Maschinen, aber Erkärungen dazu gab es nicht wirklich. Einige Maschinen hatten einen neuen Anstrich erhalten, aber die meisten rosten einfach vor sich hin. Das ist wirklich schade.
Dann haben wir die Rücktour angetreten und waren am frühen Nachmittag wieder in der Stadt zurück: Ganz nett alles in allem – aber wir hatten mehr erwartet. Auf dem Rückweg haben wir die Tour für morgen klargemacht und noch Wasser gekauft und Internet gecheckt – Urlaubsalltagskram erledigt also. Die Wasserflaschen haben wir kurz in unser Casa gebracht – muss ja nicht rumgeschleppt werden.
Anschließend sind wir in eine Kneipe, in der eine Musikband gespielt hat: Bei einem Drink haben wir diese Pause sehr genossen. Anschließend war es Zeit, um etwas in den Magen zu bekommen: Und wir haben ein sehr nettes Restaurant gefunden mit superleckerem Essen – von dem Dessert (Brownie mit Schokoeis und Schokosauce) kann man wirklich schwärmen!
Wir haben uns zum Ausklang des Tages noch ein wenig auf die „Musiktreppe“ gesetzt und einer Salsaband zugehört – fast schon mehr Jazz als Salsa.








