2. Tag – Ankunft in Siam Reap

Früh hat der Wecker geklingelt: Kurzes Umpacken der Rucksäcke von 3 auf 2, da wir für das Gepäck extra bezahlen müssen. Eigentlich hatten wir nur einen Rucksack geplant – aber meine Skepsis bezüglich dieses Vorhabens hat sich flott bestätigt, als Kevin mit seinem „Gepäckanteil“ in unser Zimmer kam…

Am Flughafen war das Zusatzgepäck problemlos einzuchecken – entgegen Sönkes Befürchtungen. Der Flug selbst war mit einer Stunde auch flott erledigt und wir sind auf dem kleinen schnuckeligen Provinzflughafen Siem Reap gelandet. Unsere Visa hatten wir schon zu Hause online beantragt und erhalten, so dass wir sehr zügig durch die Kontrolle gekommen sind. (Ach ja, bei der Ausreise brauchte Kevin etwas länger: Die Beamten brauchten etwas länger, um den Stempel in Kevins Pass zu finden: Auf der letzen Seite…)

Mit dem Taxi sind wir ins Hostel gefahren und dann – große Wiedersehensfreude mit Jesko. Leider hat er nicht so viel Zeit und kann daher nur zwei Tage mit uns die Gegend hier erkunden. Wir sind auch gleich losgezogen, am Fluß entlang zu einem kleine Park. Oben in den Bäumen war ein Mordsgewusel: Eine Kolonie von großen Fledermäusen tobte durch die Wipfel. Wir sind über die Brücke auf die andere Seite des Flusses und haben zügig ein Restaurant gefunden: Jeder von uns hat sich zwar etwas ausgesucht, aber es war wie immer: Jeder hat von jedem probiert. Ich mochte die zwei Gerichte mit Ingwer ganz besonders.
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Zurück im Hostel hat Kevin noch seine Hausarbeit fertiggemacht und Korrektur lesen lassen: Abgabe heute via Web … Ich habe mich zu einem Nickerchen zurückgezogen – die letzte Nacht war nicht so dolle gewesen und der Flug steckt mir auch noch in den Knochen. Kevin hat es mir dann geichgetan und Jesko und Sönke haben eine Runde gedreht. Als ich wieder auf den Beinen war, haben Sönke und ich die Runde nochmals gemacht.

Ich liebe es über Märkte zu schlendern: Und die asiatischen Märkte ganz besonders. Die hübschen Blumen, die als Ofergaben für die Tempfel verkauft werden, Obst und Gemüse, Kleidung, Haushaltsgegenstände, Kunst – alles wild durcheinander. Nur die Fleischabteilung war in einer Ecke: Der Geruch war nicht so lecker und die Myriaden von Fliegen eine klare Folge.

Wir sind wieder zurück und haben die Jungs eingesammelt und die Fahrräder für morgen klargemacht (morgen steht Angkor Wat auf dem Programm – das wird bestimmt phantastisch). Mittlerweile war es dunkel geworden und die Bars haben geöffnet und ihre tausend Blinkerlichter werben um die Wette. Wir haben ein sehr nettes Restaurant gefunden und absolut lecker gegessen. Ich habe mich geärgert, dass ich zu faul war und die Kamera nicht mitgenommen hatte: Das war so hübsch angerichtet! Oh, hätte ich fast vergessen: Sönke und die Jungs hatten auf der Straße noch eine kleine Vorspeise: Schlange und Tarantel. Schlange hatte ich schon einmal gegessen, aber Spinne? Ähm, nö, muss ich nicht unbedingt haben.

Anschließend sind wir durch den Nachtmarkt geschlendert: Jesko und handeln – da bedauert man jeden Verkäufer. Aber er macht das so charming und sabbelt die Leute zu – ich habe einen Riesenspaß daran. Und er hat die Verhandlungen für eine Art Hosenrock für mich geführt: Ich habe glatt etwas gebraucht, um das ausgeklügelte System dieses Kleidungsstücks zu verstehen, aber schätze, dass ich es einige Male zum Tangotanzen ausführen werde.

Anekdote am Rande: Jesko war mit einer Verkäuferin am Verhandeln bzw. gerade durch. Eine andere Verkäuferin fragte Sönke, ob sie ihm helfen könne. Sönke lehnte ab und meine, dass er nur auf seinen Sohn warten wüde. Die Verkäuferin schaute etwas zweifelnd. Jesko kam hinzu und sagte: „Yes, he is my father – you see now?“
und streckte seinen Bauch raus. Die Verkäuferin hat sich gekringelt vor Lachen …

Sönke und ich sind zurück zum Hostel und die Jungs ziehen noch um die Ecken – hoffentlich sind sie morgen früh halbwegs zu gebrauchen …